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mit dem
>Institut für Ökologie der TU Berlin
und der >AG Neobiota
   
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Was sind Neophyten und Invasive Arten?

Neophyten sind Pflanzenarten, die von Natur aus nicht in Deutschland vorkommen, sondern erst durch den Einfluss des Menschen zu uns gekommen sind. Sie gehören daher zu den gebietsfremden oder nicheinheimischen Arten (Neobiota) und werden manchmal wenig zutreffend auch als "Exoten" oder "fremdländische Arten" bezeichnet. Bei den meisten Pflanzenarten ist dies beabsichtigt geschehen, z.B. bei der Einführung von Zier- und Nutzpflanzen wie >Rot-Eiche (Quercus rubra) oder kann unbeabsichtigt erfolgen (z.B. Verschleppung von Pflanzensamen mit Handelsgütern). Der menschliche Handel und Verkehr spielt für die Einführung von Neophyten eine so wichtige Rolle, dass die Entdeckung Amerikas 1492 und der sich mit ihr extrem verstärkende transkontinentale Handel auch als „Stichtag“ für die Einführung von Neophyten (wörtlich „Neu-Pflanzen“) festgelegt wird.

  Quercus rubra - Rot-Eiche

Gebietsfremde Pflanzen, die bereits zu früheren Zeiten zu uns kamen (z.B. mit dem Beginn des Ackerbaus in der Jungsteinzeit oder durch den Handel der Römer), werden als Archäophyten („Alt-Pflanzen“) bezeichnet. Gebietsfremden Arten, also Archäo- und Neophyten, sind von den einheimischen Arten (Indigene) abzugrenzen, die in unserem Gebiet seit dem Ende der letzten Eiszeit vorhanden sind, es aus eigener Kraft besiedelt haben oder hier entstanden sind. Die Frage, wann und auf welche Weise eine Art zu uns gekommen ist, kann zumeist durch in Mooren, Grabbeilagen etc. erhaltene Reste oder durch historische Quellen beantwortet werden.
Wenn sich gebietsfremde Arten bei uns selbständig - d.h. ohne Einfluss des Menschen - über mehere Generationen erhalten, gelten sie als etabliert. Etablierte gebietsfremde Arten, die natürliche oder naturnahe Lebensräume besiedeln und sich deshalb auch ohne menschlichen Einfluss bei uns halten würden, nennt man Agriophyten (vgl. >Liste der Agriophyten der TU Berlin).

Heracleum mantegazzianum - Riesen-Bärenklau  

Als Invasive Arten werden im Naturschutz gebietsfremde Pflanzenarten bezeichnet, die unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben. So können sie z.B. in Konkurrenz um Lebensraum und Ressourcen zu anderen Pflanzen treten und diese verdrängen. Invasive Neophyten können auch ökonomische (z.B. Unkräuter) oder gesundheitliche Probleme verursachen (wie der Verbrennungen verursachende Saft des >Riesen-Bärenklaus).
>mehr zu Auswirkungen/Gefahren
In der Wissenschaft wird unter "Invasion" dagegen der gesamte Prozess der Besiedlung eines neuen Gebietes durch gebietsfremde Organismen verstanden (z.B. im Buch >"Biologische Invasionen" von Ingo Kowarik).


Begriffe
Flora = alle Pflanzenarten; die in einem bestimmten Gebiet (z.B. Deutschland) vorkommen
einheimisch/indigen = Pflanzenarten, die von Natur aus in Deutschland vorkommen bzw. seit der letzten Eiszeit ohne Mitwirkung des Menschen eingewandert sind
gebietsfremd/nichteinheimisch = Pflanzenarten, die von Natur aus nicht in Deutschland vorkommen, sondern durch den Einfluss des Menschen (beabsichtigt oder unbeabsichtigt) eingebracht wurden
Archäophyten = gebietsfremde Pflanzenarten, die vor 1492 (z.B. im Zuge des Ackerbaus) eingebracht wurden
Neophyten = gebietsfremde Pflanzenarten, die mit dem verstärkten Güteraustausch seit der Entdeckung Amerikas seit 1492 eingebracht wurden
unbeständige Neophyten = Neophytenarten, die gelegentlich zerstreut auftreten, aber nicht etabliert sind (s.u.)
etablierte/eingebürgerte Neophyten = Neophytenarten, die über mehrere Generationen und mindestens 25 Jahre in Deutschland wachsen und sich ohne Zutun des Menschen vermehren
Agriophyten = gebietsfremde Arten, die in naturnaher Vegetation etabliert sind
Invasive Arten = Neophytenarten, die unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben und auch oft ökonomische Probleme verursachen
Neobiota = Überbegriff für die nichteinheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten
 
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