Glossar
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A
Anmerkungen zur Syntaxonomie
Hier werden Textkommentare zur Syntaxonomie und Gefährdungseinstufung von Gesellschaft wiedergegeben, die diese Angaben erläutern oder spezifizieren. Sie entsprechen den Endnoten der Druckversion der Roten Liste der Pflanzengesellschaften Deutschlands. Weitere Erläuterungen bei den Hintergrundtexten unter dem Thema "Pflanzengesellschaften".
Anmerkungen zum Areal
Hier werden Textkommentare zu den Arealangaben wiedergegeben, die diese erläutern oder spezifizieren. Die Anmerkungen stammen aus dem F+E-Projekt "Schutzrelevanz" der Universität Halle und entsprechen den Anmerkungen und Kommentaren der Druckversion.
Anmerkungen zur Gefährdung
Hier werden Textkommentare zur Gefährdungseinstufung wiedergegeben, die diese Angaben erläutern oder spezifizieren. Sie entsprechen den Endnoten der "Roten Liste gefährdeter Pflanzen Deutschlands" des Bundesamtes für Naturschutz (1996).
Anzahl ausgestorbener und verschollener Farn- und Blütenpflanzen in Deutschland in den letzten 150 Jahren

Apomixis
Pflanzen, die sich nicht geschlechtlich, sondern
nur noch vegetativ fortpflanzen, bezeichnet
man als Apomikten. Typische Apomikten unter
den Farn- und Blütenpflanzen sind Brombeeren
(Rubus fruticosus und R. corylifolius
agg.), der Gold-Hahnenfuß (Ranunculus
auricomus agg.) oder Löwenzahn-Arten
(Taraxacum).
Arealanteil Deutschlands
Hier wird der prozentuale Anteil Deutschlands am Gesamtareal der Art
genannt. Im Rahmen des F+E-Projektes "Schutzrelevanz" der Universität
Halle wurden Arten, die nur oder fast nur bei uns vorkommen, hohe Schutzwerte
zugeteilt, da ein Rückgang oder Aussterben in Deutschland automatisch
einen weltweiten Rückgang/die Ausrottung der Art bedeutet (vgl. Verantwortlichkeit
Deutschlands)
5: 100% (Endemit)
4: 75% - 99%
3: 33% - 75%
2: 10% - 33%
1: weniger als 10%
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Verbreitung.
Arealcharakter in Deutschland
Hier wird der Charakter des deutschen Teilareals in Bezug zum Gesamtareal
betrachtet. Nach dem F+E-Projekt "Schutzrelevanz" der Universität
Halle haben Arten hohe Schutzwerte, deren Arealzentrum bei uns liegt ("Optimum"
mit höchster Vitalität) oder die uns nur mit isolierten Vorposten
erreichen (genetisches Differenzierungspotential ist besonders hoch) (vgl.
Verantwortlichkeit Deutschlands).
5: Arealzentrum: Häufigkeitszentrum mit höchster Vorkommensdichte
und Vitalität der Art
3: Hauptareal: innerer, kontinuierlich besiedelter Bereich
1: Arealrand: äußerer Bereich des kontinuierlich besiedelten
Areals
2: Vorposten: dem kontinuierlichen Areal vorgelagerter und weitgehend
davon isolierter Bereich
4: isolierter Vorposten: vom kontinuierlichen Areal deutlich isolierter
Bereich
Arealformel und Arealzentrum
Arealformeln beschreiben das Gesamtareal einer Art (sozusagen die kodierte
Textform einer Arealkarte). Sie beinhalten folgende Teilinformationen:
Klimazone: Nord-Süd-Verbreitung in Kleinbuchstaben (z.B. trop = tropisch)
Kontinent: besiedelte Kontinente in Großbuchstaben (z.B. EURAS = Europa
u. Asien)
Höhenstufe: planar-collin/indifferent, montan-subalpin (mo), alpin-nival
(alp)
Meeresnähe: Spanne der West-Ost-Verbreitung von c1 (ozeanisches Seeklima)
bis c10 (kontinentales Steppenklima)
Auch die Lage des Arealzentrums kann durch Abkürzungen der am dichtesten
besiedelten Florengebiete umschrieben werden (jeweils nach Meusel 1965
und Jäger 1968, Daten aus dem F+E-Projekt "Schutzrelevanz" der Universität
Halle)
Arealgröße
Hier wird die Größe des kontinuierlich, je nach Art unterschiedlich
dicht besiedelten Gebietes in neun Stufen wiedergegeben. Arten mit kleinen
Arealen besitzen dabei einen großen Schutzwert (vgl. Verantwortlichkeit
Deutschlands; Daten aus dem F+E-Projekt "Schutzrelevanz" der Universität
Halle):
9: bis 10 qkm: z.B. Tegernsee
8: 10 - 100 qkm: z.B. Sylt
7: 100 - 1.000 qkm: z.B. Berlin
6: 1.000 - 10.000 qkm: z.B. Schleswig-Holstein
5: 10.000 - 100.000 qkm: z.B. Bayern
4: 100.000 - 1 Mio. qkm: z.B. Frankreich + Spanien
3: 1 Mio. - 5 Mio. qkm: z.B. Hälfte Europas
2: 5 Mio. - 10 Mio. qkm: z.B. Europa
1: 10 Mio. - 1,5 Mrd. qkm: Landfläche der Erde
Arealtyp
Neben der Arealbeschreibung durch Arealformel und Arealzentrum werden
Arten nach ihrer europäischen Hauptverbreitungsregion auch in Arealtypen
eingeteilt. Diese können durch geographische Angaben (z.B. ost-,
west-) oder durch Kombination der Typen erweitert werden. Grundtypen dabei
sind (Daten aus Auswertung der Roten Liste nach Oberdorfer 1983):
nordisch: boreale Nadel- und Birkenwaldregion
alpin: oberhalb der Waldgrenze süd-, mittel- und osteuropäischer Gebirge
präalpin: Laub- und Nadelwaldregion süd-, mittel- und osteuropäischer Gebirge
atlantisch: westeuropäische Küstenregion
subatlantisch: westeuropäische Laubwaldregion
eurasiatisch: europäische und asiatische Laubwaldregion
subkontinental: osteuropäische und asiatische Laubwaldregion
kontinental: europäische und asiatische Steppen- und Halbwüstenregion
submediterran: nordmittelmeerische Flaumeichenwaldregion
mediterran: mittelmeerische Hartlaubwaldregion
endemisch: nur in Mitteleuropa vorkommend
mitteleuropäisch: Schwerpunkt in Mitteleuropa
kosmopolitisch: weltweit verbreitet
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Verbreitung.
Ausbreitung
Der Ausbreitungsmodus einer Art entscheidet z.B. über ihre Fähigkeit,
neue Lebensräume zu besiedeln. Die Ausbreitung kann ohne oder durch
ein Medium erfolgen (Selbst- oder Fremdausbreitung). Frank & Klotz (1990)
unterscheiden folgende Typen:
Windausbreitung (Anemochorie)
Wasserausbreitung (Hydrochorie)
Klettausbreitung (Epizoochorie)
Verdauungsausbreitung (Endozoochorie)
Ameisenausbreitung (Myrmeochorie)
unspezifische Verschleppung durch Tiere (Zoochorie)
Menschenausbreitung (Anthropochorie)
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zu dem Thema Biologie und Ökologie
Autor
Um einen Namen eindeutig zu kennzeichnen, muß der Autor, der diesen Namen vergeben hat (z.B. bei der Erstbeschreibung der Art), genannt werden. Ändern sich Gattung oder Rang der Art (Umkombination), wir der erstbeschreibende Autor in Klammer dem Kombinationsautor vorangestellt. Die Abkürzungen sind international festgelegt (Authors of Plant Names).
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zu dem Thema Namen und Taxonomie.
B
Bestandsentwicklung in Mitteleuropa
Durch Verbreitungskarten, die Pflanzenvorkommen zeitlich differenziert
darstellen, werden Rückgang, Konstanz oder Zunahme (Bestandsentwicklung)
einer Art deutlich. Derartige Angaben liegen für Deutschland, die Niederlande
und Großbritannien vor, für die ein Mittelwert wiedergegeben wird (vgl.
Verantwortlichkeit Deutschlands; Daten aus dem F+E-Projekt "Schutzrelevanz"
der Universität Halle):
6: starker Rückgang
5: Rückgang
4: Konstanz ODER Zunahme = Rückgang
3: natürliche Zunahme
2: vereinzelte nicht-natürliche Zunahme
1: mehrfache meist nicht-natürliche Zunahme
Weitere Erläuterungen im Informationsnetz unter dem Thema "Bestandssituation/Gefährdung".
Bestäubung
Der Bestäubungsmodus hat wesentlichen Einfluß auf den Austausch
von Erbinformationen zwischen Pflanzen. Er kann durch oder ohne ein Medium
erfolgen (Fremd- oder Selbstbestäubung) oder aber völlig zurückgebildet
sein. Frank & Klotz (1990) unterscheiden folgende Bestäubungstypen:
Windbestäubung (Anemogamie)
Wasserbestäubung (Hydrogamie)
Insektenbestäubung (Zoogamie)
Selbstbestäubung (Autogamie)
Selbstbestäubung in der Knospe (Kleistogamie)
Samenbildung ohne Bestäubung (Apomixie)
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Biologie und Ökologie.
Bestimmungshilfe/Morphologie
Hier werden insbesondere für die Bestimmung einer Pflanze wichtige Merkmale zu Größe, Sproß, Wurzel, Blatt, Blüten und Früchten nach dem Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (Haeupler & Muer 2001) wiedergegeben. Die Texte sind keine kompletten morphologischen Beschreibungen sondern betonen vor allem Unterscheidungsmerkmale zu ähnlichen Arten. Angaben in Klammern geben extreme und daher seltenere Merkmalsausprägungen wieder. Falls auf eine andere Art verwiesen wird (z.B. "ähnlich wie ..."), können Sie diese Angaben durch Auswahl dieser Art über die Eingabemaske oder die Auswahllisten abrufen.
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Biologie und Ökologie.
Bindung an Wald
In den Mitteilungen der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft Nr. 212 wurde 2003 eine Liste von 1213 Gefäßpflanzenarten publiziert, die eine Bindung an Wald aufweisen. Die Zuordnung erfolgte differenziert nach drei Großregionen (Tiefland, Bergland, Alpen). Die Arten wurden jeweils entweder der Baumschicht, der Strauchschicht oder der Krautschicht zugordnet
Bindung an Städte (Urbanität)
Die Urbanitätsstufe gibt an, in welchem Ausmaß eine Pflanze
an Städte mit ihren gegenüber dem Umland deutlich veränderten
Standortbedingungen gebunden ist ("Stadtbindung" dieser Art; nach Wittig
et al. 1985; Daten aus Frank & Klotz 1988):
urbanophob (nur außerhalb von Städten)
mäßig urbanophob (vorwiegend außerhalb von Städten)
urbanoneutral (neutral gegenüber Städten)
mäßig urbanophil (vorwiegend in Städten)
urbanophil (an Städte gebunden)
Blattausdauer
Die Blattausdauer bietet einen wichtigen Hinweis auf die Stoffproduktion
und damit die Konkurrenzkraft einer Pflanze. Ellenberg (1991) unterscheidet
folgende Typen:
immergrün: zu allen Jahreszeiten mit Blättern
überwinternd grün: mit Blättern überwinternd,
die im Frühjahr ersetzt werden
sommergrün: nur von Frühjahr bis Herbst mit Bättern
vorsommergrün: nur von Vorfrühjahr bis Frühsommer mit Blättern
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Biologie und Ökologie.
Blattform
Die Form der Bätter als eines der auffälligsten morphologischen
Merkmale von Pflanzen kann nach Frank & Klotz (1990) in folgende Typen
eingeteilt werden:
schuppenförmig: kurze, breite und der Sproßachse anliegende
Blätter
nadelförmig: starre, schmale Blätter mit derber Spitze
grasartig: schmale, flexible Blätter mit lang ausgezogener Spitze
schwertförmig: breiter und derber als grasartige Blätter und
meist aufrecht oder abstehend
röhrenförmig: an den Seiten röhrig geschlossene Blätter
pfriemlich: starre, sehr schmale Blätter, die am Grund am breitesten
sind
länglich: mindestens vier mal so lang wie breite Blätter
Normalform: ovale oder elliptische, weniger als vier mal so lang wie breite
Blätter
Vollform: breite, weniger als doppelt so lang wie breite Blätter
gelappt: längs der Mittelrippe mit Einschnitten bis zu einem Drittel
der Blattbreite
fiederförmig: längs der Mittelrippe mit Einschnitten größer
als ein Drittel der Blattbreite, aber Blattabschnitte noch verbunden
gefiedert: längs der Mittelrippe mit völlig voneinander getrennten
Blattabschnitten (= Fiedern)
mehrfach gefiedert: mit Fiedern, die wiederum gefiedert sind
fingerförmig: Blattabschnitte am Ende des Blattstieles strahlig angeordnet,
aber nicht völlig voneinander getrennt
gefingert: Blattabschnitte am Ende des Blattstieles strahlig angeordnet
und völlig voneinander getrennt
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Biologie und Ökologie.
Blühphasen
Es ist schwierig, für eine Pflanzenart
einen festen Blühzeitpunkt anzugeben, da
dieser u.a. vom Witterungsverlauf (z.B. besonders
früh einsetzender Frühling) oder Wuchsort
(z.B. Höhenlage) abhängt. Dierschke
(1995) hat daher die Blühzeiten von 1577
Waldpflanzen folgenden Blühphasen zugeordnet,
die bestimmten Jahreszeiten entsprechen (Angaben
aus dem Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen
Deutschlands):
Corylus-Leucojum-Phase: Vorfrühling
Acer platanoides-Anemone nemorosa-Phase: Beginn
Erstfrühling
Prunus avium-Ranunculus auricomus-Phase: Ende
Erstfrühling
Fagus-Lamiastrum-Phase: Beginn Vollfrühling
Sorbus aucuparia-Galium odoratum-Phase: Ende
Vollfrühling
Cornus sanguniea-Melica uniflora-Phase: Beginn
Frühsommer
Ligustrum-Stachys sylvatica-Phase: Ende Frühsommer
Clematis vitalba-Galium sylvaticum-Phase: Hochsommer
Hedera-Solidago-Phase: Frühherbst
Herbstphase: Herbst
Ruhephase: Winter
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Biologie und Ökologie.
Blühsippen
Bei manchen Pflanzenarten blühen nicht alle Vertreter dieser Art zur gleichen Zeit, sondern bestimmte Gruppen haben deutlich abweichende Blühzeitpunkte (vgl. Patzke 1990). Nach Angaben aus dem Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands wird hier wiedergegeben, ob für eine Art derartige Blühsippen bekannt sind oder vermutet werden.
Weitere Erläuterungen im im Hintergrundtext zum Thema Biologie und Ökologie.
Bundesländer
Für die 16 Bundesländer Deutschlands existieren 13 Rote Listen, da es bei der geringen Größe der 3 Stadtstaaten sinnvoll ist, Rote Listen gemeinsam mit benachbarten Flächenstaaten zu erarbeiten.
C
Chromosomenzahl
Die Chromosomenzahl ist eine wichtige Grundlage für Systematik und Züchtung. Hier wird die Anzahl der Chromosomen des einfachen (n) und/oder doppelten (2n) Chromosomensatzes generativer Zellen und das dazugehörige Zitat nach Albers & Bennert (in Wisskirchen & Haeupler 1998) wiedergegeben. Aus methodischen Gründen können für eine Art unterschiedliche Angaben mit unterschiedlicher Genauigkeit vorliegen. Es bedeuten:
()?: Angabe fraglich
()/2: Bei den älteren Angaben von Tischler (1950) wird der einfache Chromosomensatzes oft nur in Form des doppelten Chromosomensatzes angegeben
()+(): Angabe des männlichen und des weiblichen Chromosomensatzes, die bei einigen Arten unterschiedlich sein können
()+0-1B: zum normalen Chromosomensatz tritt eine zusätzliche Anzahl von B-Chromosomen (zusätzliche, in unregelmäßiger Zahl auftretende Chromosomen) auf
()': Anzahl univalenter Chromosomen in der Meiose (nur bei Farnpflanzen)
()'': Anzahl bivalenter Chromosomen in der Meiose (nur bei Farnpflanzen)
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Biologie und Ökologie.
CORINE
Coordination de l’Information sur l’Environnement : EU-Projekt zur Koordination der Umweltinformation in der Europäischen Union.
D
Deutscher Name
Im Gegensatz zu den international verständlichen wissenschaftlichen Namen gibt es für volkstümliche deutschsprachige Namen keine verbindlichen Regeln. Daher kann es für eine Art mehrere, z.B. regional unterschiedliche deutsche Namen geben, die alle ihre Berechtigung haben. Der hier angebotene Name ist der jeweils erstgenannte in der "Standardliste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands" von WISSKIRCHEN & HAEUPLER 1998.
Dominanz
Wie dominant eine Pflanze an einem Wuchsort auftritt ist vor allem von
ihrer Konkurrenzkraft, ihrer Vermehrungsweise und Wuchsform abhängig.
Die Dominanz gibt daher eine Vorstellung von der lokalen Bestandsdichte.
Ellenberg (1991) unterscheidet neun Stufen:
1: sehr vereinzelt (immer nur einzelne Exemplare)
2: vereinzelt (einzelne Exemplare bis kleine Gruppen)
3: in kleinen Gruppen (kleine Gruppen und einzelne Exemplare)
4: meist gruppiert (kleine bis größere Gruppen)
5: in Gruppen (größere Gruppen, nur selten bestandsbildend)
6: manchmal herrschend (größere Gruppen, manchmal bestandsbildend)
7: oft herrschend (oft bestandsbildend oder größere Gruppen)
8: meist herrschend (meist bestandsbildend)
9: immer herrschend (immer große, bestandsbildende Herden)
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Biologie und Ökologie.
E
Eigenschaften
Es muß mindestens einer Eigenschaft durch
Auswahl eines Wertes ausgewählt werden.
Mehrere Eigenschaften werden durch "und"
verknüpft.
Beispiel:
Die Auswahl Berner Konvention "ja"
erzeugt eine Liste aller Arten der Berner Konvention.
Die Auswahl von Status "heimisch"
und Gefährdung "2" erzeugt eine
Liste aller heimischen und stark gefährdeten
(2) Arten.
E
Erstfrühling
Der Erstfrühling beginnt in den wärmeren Regionen Mitteleuropas Ende März, in den kälteren teilweise erst Mitte April. Sichere Zeichen für den Einzug dieser Phase sind das Aufbrechen der Stachelbeerknospen, die Blüte von Johannisbeere und Forsythie und das Aufgehen des Sommergetreides.
In der Landwirtschaft werden nun Kartoffeln gelegt und Futterrüben gesteckt.
Eßbarkeit und Giftigkeit
Hier wird angegeben, ob eine Pflanze bzw. Teile davon für den Menschen oder bestimmte Tiere eßbar oder giftig ist. Daten im linken Feld stammen aus dem Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen, die Daten im rechten Feld sind von Frohne & Pfänder (1977) und Liebenow (1988) aus Frank & Klotz 1990, so daß auch unterschiedliche Angaben vorliegen können. Folgende Möglichkeiten bestehen:
eßbar für Menschen (z.B. als Wildgemüse
zum Verzehr geeignet)
bedingt eßbar für Menschen (z.B.
nach besonderer Zubereitung, da sonst giftig,
daher vom Genuß abzuraten)
Allergien beim Menschen hervorrufend
schwach giftig/giftverdächtig für
Menschen
giftig für Menschen
stark bzw. tödlich giftig für Menschen
giftig für bestimmte Tiere
F
Farn- und Blütenpflanzen
Pflanzen werden nach ihrer Verwandtschaft zu systematischen Einheiten
zusammengefaßt (Systematik). Die höchsten Einheiten sind die sechs Großgruppen
Blütenpflanzen, Farne, Moose, Flechten, Algen und Pilze (aus praktischen
Gründen hier hinzugezählt).
FloraWeb bietet derzeit Informationen
zu Farn- und Blütenpflanzen. Weltweit und in Deutschland sind sie
die am besten erforschte und allgemein bekannteste Gruppe und bilden den
Hauptteil der unmittelbar sichtbaren und ökologisch bedeutsamen,
landschaftsprägenden Vegetation (z.B. Bäume, Sträucher,
Kräuter, Gräser, Blumen etc.).
Florensynopse
Hier wird wiedergegeben, welchen Namen Florenwerke
für diese Art gebrauchen. Großbuchstaben für
die Florenwerke bedeuten, daß diese den angegebenen
Name verwenden, Kleinbuchstaben, daß sie den
Namen in einem anderen Sinne benutzen (d.h.
Umfang und Inhalt des Namens entsprechen nur
teilweise (p.p. = pro parte) der Standardliste
der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands).
Folgende Florenwerke wurden berücksichtigt:
E: Ehrendorfer (+ Ergänzungen von Gutermann)
F: Flora Europaea
H: Hegi
M: Med-Checklist
O: Oberdorfer
R: Rothmaler
S: Schmeil-Fitschen
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Namen und Taxonomie.
Formation
Die gröbste Gliederung der Vegetationsdecke erfolgt nach vorwiegend
strukturellen und ökologischen Merkmalen durch die Einteilung in
24 Formationen. Außerdem wird die Bindung der Arten an die Formation angegeben
(aus der Auswertung der Roten Liste des Bundesamtes für Naturschutz 1998)
Schwerpunkvorkommen: deutlich gehäuftes
Vorkommen
Hauptvorkommen: regelmäßiges
Vorkommen
Nebenvorkommen: gelegentliches, aber
kein zufälliges Vorkommen
neophytische Vorkommen: bei nach 1492
neueingebürgerten Arten
Frühherbst
Charakteristisch für den Frühherbst sind die blühende Herbstzeitlose, sowie reife Schwarzer Holunder- und Haselnusspflanzen.
In der Landwirtschaft werden Birnen und Zwetschgen geerntet.
Frühsommer
Mit dem Beginn der Gräserblüte setzt der Frühsommer ein, ungefähr im Juni. Zu beobachten sind Wiesen-Fuchsschwanz, Schwarzer Holunder und Schlehdorn im Blütestand. Während auch der Winterroggen zu blühenbeginnt, weisen andere Getreidearten die ersten Ähren und Rispen auf. Mit dieser Phase setzt auch die Heuschnupfen-Saison ein.
G
Gefährdung
Die Gefährdung von Arten wird durch die Einstufung in Rote-Liste-Kategorien
wiedergegeben.
Eine vollständige Auflistung/Definition der verwendeten Kategorien wurde im Heft 29 der Schriftenreihe für Vegetationskunde
unter dem Beitrag "Ursachen des Artenrückgangs von Wildpflanzen und Möglichkeiten zur Erhaltung der Artenvielfalt", S.359-360, publiziert.
Danach bedeuten:
0: ausgestorben oder verschollen
1: vom Aussterben bedroht
2: stark gefährdet
3: gefährdet
4: potentiell gefährdet (nur bei Roten Listen der Länder; soll
künftig durch R ersetzt werden)
V: Vorwarnliste, Bestände zurückgehend
R: extrem selten (entspricht 4 bei den Roten Listen der Länder; s.o.)
G: Gefährdung anzunehmen
D: Daten mangelhaft
Alle aufgelisteten Arten, die nicht einer der o.g. Kategorien zugeordnet wurden, werden mit der Bezeichnung "als nicht gefährdet angesehen" eingestuft.
An den Rote Liste Wert für Deutschland kann angefügt sein:
+: regional stärker gefährdet
-: regional schwächer gefährdet
Zusätzlich ist in den Spalten für die Bundesländer als Vorkommensstatus
angegeben (Datenquelle: s.o.):
*: vorkommend (indigen oder Archaeophyt) und ungefährdet
n: Neophyt; im jeweiligen Bundesland neueingebürgerte (nach 1492)
Art
z: zu erwarten, aber bis dato noch nicht sicher nachgewiesen
u: unbeständige Art; im jeweiligen Bundesland nicht fest eingebürgert
#: siehe Unterarten, Art nicht bewertet
-: im jeweiligen Gebiet nicht vorkommend
': Änderung der Einstufung
ø: Zuordnung
~: Zusammenziehung
Für die mit einem * gekennzeichneten Bundesländer wurden die Daten gegenüber der o.a. Roten Liste aktualisiert.
Die Roten Listen der mit ** gekennzeichneten Stadtstaaten wurden neu aufgenommen.
In die aktualisierten Roten Listen wurden zusätzlich folgende neue Statusangaben aufgenommen:
a: verschollen (nur Sachsen)
?: Status fraglich (nur Baden-Württemberg)
e: Sippe mit Etablierungstendenz (nur Baden-Württemberg)
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Theman "Gefährdung/Rote Liste".
Gefährdung Pflanzengesellschaften
Hier wird die Gefährdung einer Pflanzengesellschaft anhand deren Flächenrückgangs
bewertet (nach der Roten Liste der Pflanzengesellschaften
Deutschlands). Die Kategorien entsprechen den Roter Listen von Organismen:
0: ausgestorben oder verschollen
1: vom Aussterben bedroht
2: stark gefährdet
3: gefährdet
G: Gefährdung anzunehmen
R: extrem selten
V: zurückgehend; Vorwarnliste
*: ungefährdet
D: Daten mangelhaft
-: fehlend
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Theman "Gefährdung/Rote Liste".
Gefährdung in Europa und weltweit
Hier wird die Gefährdung einer Art nach der weltweiten (IUCN 1998),
europäischen (IUCN 1983) und zentraleuropäischen Roten Liste
(Schnittler & Günther 1999) wiedergegeben. Der Schutzwert ist bei
weltweit bedrohten Arten am höchsten (vgl. Verantwortlichkeit Deutschlands;
Daten aus dem F+E-Projekt "Schutzrelevanz" der Universität Halle):
8: weltweit vom Aussterben bedroht: Gefährdungskategorien 0-2 (Ex,
Ex/E, E bei IUCN 1998)
7: weltweit gefährdet: Kategorien 3, R, G (V, R, I bei IUCN 1998)
6: europaweit vom Aussterben bedroht: Kategorien 0-2 (Ex, Ex/E, E bei
IUCN 1983)
5: europaweit gefährdet: Kategorien 3, R, G (V, R, T, I bei IUCN
1983 und * bei Schnittler & Günther)
4: zentral-europaweit vom Aussterben bedroht: Kategorien 0, 1 (Ex, CR
bei Schnittler & Günther)
3: zentral-europaweit stark gefährdet: Kategorie 2 (En bei Schnittler
& Günther)
2: zentral-europaweit gefährdet: Kategorien 3, R, G (V, R, I bei
Schnittler & Günther)
1: zentral-europaweit ungefährdet: in keiner dieser Roten Listen
enthalten
Weitere Erläuterungen im Informationsnetz unter dem Thema "Bestandssituation/Gefährdung".
Gefährdungsursachen
Die Gefährdung der Farn- und Blütenpflanzen der Roten Liste Deutschlands kann sehr verschiedene, aber oftmals miteinander wechselwirkende Ursachen haben. So sind in der Auswertung der Roten Liste des Bundesamtes für Naturschutz (Korneck et.al. (1998): Warum verarmt unsere Flora ? Auswertung der Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. - In: Schriftenreihe für Vegetationskunde 29, S. 299 - 444) den Arten 69 Gefährdungsfaktoren aus 17 Bereichen zugeordnet, denen meistens auch Verursacherguppen entsprechen. Zur Verdeutlichung von Entwicklungstrends wurde differenziert, ob eine Gefährdungsursache nur vor 1988 wirkte oder bis heute anhält.
Weitere Erläuterungen in den Hintergrundtexten zur Roten Liste.
Gefährdungsursachen und -verursacher
Die Gefährdung von Pflanzengesellschaften kann sehr verschiedene, oftmals miteinander wechselwirkende Ursachen haben (direkte Eingriffe wie Vernichtung des Standorts, Entnahme von Pflanzen etc. oder indirekte Einwirkungen wie Folgen von Nutzungsänderung, Umwelbelastung etc.). In der Standard- und Rote Liste der Pflanzengesellschaften Deutschlands werden daher 28 Gefährdungsfaktoren und 12 gesellschaftliche Verursacherguppen unterschieden.
Weitere Erläuterungen bei den Hintergrundtexten zu Pflanzengesellschaften unter dem Thema "Rote Liste".
Genetische Ressource
Hier werden nach den Angaben aus dem Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Nutzungsmöglichkeiten und Bedeutungen einer Pflanze für den Menschen genannt. Folgende Möglichkeiten bestehen:
- Obstgehölz
- Heilpflanze
- ehemalige Heilpflanze, heute nur noch selten
z.B. in der Homöopathie verwendet
- Zierpflanze
- Aquarienpflanze
- Färbepflanze
- technische Nutzung (z.B. als Baumaterial, Möbel,
Gerberlohe)
- ehemals technische Nutzung
- Duftpflanze: Pflanze mit starken, angenehmen
oder unangenehmen Geruch
- ethnobotanische Bedeutung: in Volks- und Brauchtum
genutzte Pflanze (z.B. Zauber- oder Hexenpflanzen,
- Aphrodisiaka, psychoaktive Pflanzen)
Geschlechtsverteilung
Die männlichen (Staubblätter) und
weiblichen (Fruchtknoten) Blütenorgane
können unterschiedlich verteilt sein: Zwittrige
Blüten haben beide Geschlechter in einer
Blüte (= zwittrige bzw. hermaphroditsche
Pflanzen), getrenntgeschlechtliche Blüten
jeweils nur weibliche oder männliche Organe.
Männliche und weibliche Blüten können
dabei an einer Pflanzen wachsen (= einhäusige
bzw. monözische Pflanzen) oder auf verschiedene
verteilt sein (= zweihäusige bzw. diözische
Pflanzen).
Die Angaben stammen aus dem Bildatlas der Farn-
und Blütenpflanzen Deutschlands.
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Biologie und Ökologie.
Gesetzlicher Schutz und Bestandteil von Konventionen
Arten können unabhängig von ihrer Gefährdung durch rechtliche Instrumente geschützt werden. In Deutschland erfolgt dies durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) vom 1.3.2010, das auch die Arten des Washingtoner Artenschutzabkommens WA/CITES auf nationaler Ebene unter gesetzlichen Schutz stellt. In der Europäischen Union wird das WA durch die Anhänge A, B und C der EU-Verordnung 338/97 (EU-VO) umgesetzt. Ebenfalls werden die in der FFH-Richtlinie (Anhang II und IV) gelisteten Arten unter gesetzlichen Schutz gestellt.
Die Daten stammen aus der Datenbank WISIA (Wissenschaftliches Informationssystem zum Internationalen Artenchutz) des BfN. Zu WISIA gelangen Sie auch über "Schutz" im linken Menuerahmen.
Weitere Erläuterungen finden Sie im Hintergrundtext zum Thema Schutz.
Gesucht nach
Aus technischen Gründen werden hier sowohl wissenschaftlicher als auch deutscher Namen angezeigt, auch wenn Sie nur nach einem dieser beiden Namen gesucht haben.
Gültigkeit
Diese Spalte gibt den Status des jeweiligen
Namens nach der "Standardliste der Farn-
und Blütenpflanzen Deutschlands" wieder.
Dabei bedeuten:
G: gültiger Name
B: Basionym; Basisname für das Beiwort des gültigen
Namens. Durch Wechsel des Gattungsnamens insgesamt
jedoch kein gültiger Name mehr.
T: Typonym; nomen substitutum: Basisname für
das Beiwort des gültigen Namens, der aber
nicht verwendet werden kann, da die entstehende
Kombination bereits existiert (Homonym) oder
nicht erlaubt ist (Tautonym). Der Name liefert
daher nur den Typus.
S: Synonym; gleichbedeutender Name, der aus
formalen Gründen (Nomenklatur) nicht erlaubt
ist oder dessen Abgrenzung (Taxonomie) nicht
akzeptiert wird.
?: fraglicher Name
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Namen und Taxonomie.
H
Häufigkeit
Hier wird die Häufigkeit der Fundorte im Gesamtareal (Frequenz)
und an den Fundorten (Abundanz/Vorkommensdichte) angegeben. Seltenen Arten
kommt dabei ein größerer Schutzwert zu als häufigen (vgl.
Verantwortlichkeit Deutschlands; Daten aus dem F+E-Projekt "Schutzrelevanz"
der Universität Halle):
5: sehr selten: an sehr wenigen Fundorten mit meist kleinen Vorkommen
4: selten: an sehr zerstreuten oder sehr wenigen gehäuften Fundorten
mit kleinen oder sehr wenigen größeren Vorkommen
3: mäßig häufig: fast überall, aber nur mit kleinen
oder sehr ungleichmäßigen Vorkommen
2: häufig: zumindest streckenweise regelmäßig und mit
dichten, oft massenhaften Vorkommen
1: sehr häufig: meistes regelmäßig und mit dichten, sehr
oft massenhaften Vorkommen
Hochsommer
Im Hochsommer blühen Sommerlinde, Wegwarte und Kartoffel.
In der Landwirtschaft wird zuerst der Winterraps geschnitten. Anschließend wird dann das Getreide, z.B. Wintergerste, Winterroggen und Hafer, geerntet.
Höhenstufe
Hier wird die Höhenstufe genannt, die eine Art in Mitteleuropa besiedelt
(Daten aus Frank & Klotz 1990 nach Rothmaler 1986; verändert):
litoral: Küstenstufe
planar-collin: Flach- und Hügellandstufe bis ca. 400m
montan (incl. demontan): Bergwaldstufe der Mittelgebirge und Gebirge bis
ca. 1500m
subalpin: Krummholzstufe der Gebirge bis ca. 2000m
alpin-nival (incl. dealpin): Matten- und Gletscherstufe der Hochgebirge
über ca. 2000m
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Verbreitung.
I
IPNI - INTERNATIONAL PLANT NAMES INDEX
IPNI ist ein Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen "The Royal Botanic Gardens, Kew", "The Harvard University Herbaria" und dem "Australian National Herbarium". Der International Plant Names Index ist eine Datenbank der Namen und zugehöriger bibliographischer Details der Farn- und Blütenpflanzen. Ein Ziel von IPNI ist es, eindeutig referenzierbare Primärquellen für die bibliographischen Informationen zu den Pflanzennamen bereitzustellen. Die Daten aus IPNI sind frei verfügbar und werden schrittweise standardisiert und überprüft. IPNI ist daher eine dynamische Ressource, deren Fortentwicklung von der direkten Beteiligung aller Mitgleider der Botanik-Expertengemeinschaft abhängt. Homepage von IPNI
J
K
Kletter- und Aufsitzerpflanzen, Parasitismus
Eine Besonderheit stellen Pflanzen dar, die an oder auf anderen wachsen.
Sie können ihrem Wirt ohne direkte Verbindung aufsitzen oder seine
Leitungsbahnen anzapfen und ihm Nährstoffe entziehen. Ellenberg (1991)
unterscheidet:
Liane oder Spreizklimmer: sich auf andere Pflanzen stützend, aber im Boden
wurzelnd
Epiphyt: auf anderen Pflanzen aufsitzend und dort wurzelnd
Halbparasit: von anderen Pflanzen Wasser und Nährsalze schmarotzend,
aber mit grünen Blättern eigene Energiestoffe produzierend
Vollparasit: vollständig auf anderen Pflanzen schmarotzend (d.h.
ohne Blattgrün)
Weitere Erläuterungen im im Hintergrundtext zum Thema Biologie und Ökologie .
Klimazone
Hier wird die Nord-Süd-Verbreitung einer Art durch Nennung der von
ihr besiedelten Klima- bzw. Vegetationszonen wiedergegeben (= Florenzonen
nach Meusel 1965, Daten aus Frank & Klotz 1990 nach Rothmaler 1986):
antarktisch und/oder austral: Tundren- bis Laub- und Nadelwaldzone der
Südhalbkugel (polar bis warmgemäßigt-subtropisch)
tropisch: immergrüne Regenwaldzone der Nord- und Südhalbkugel
subtropisch: Savannen- und Trockenwaldzone der Nord- und Südhalbkugel
meridional: mediterrane immergrüne Hartlaubwald-, Steppen- und Wüstenzone
der Nordhalbkugel (warmgemäßigt-subtropisch)
submeridional: submediterrane sommergrüne Trockenwald- und Steppenzone
der Nordhalbkugel (warmgemäßigt)
südl. temperat: Laubwaldzone der Nordhalbkugel (gemäßigt)
nördl. temperat: Laub- und Nadelmischwaldzone der Nordhalbkugel (kühlgemäßigt)
boreal: Taiga-Nadelwaldzone der Nordhalbkugel (subpolar)
arktisch: Tundrenzone der Nordhalbkugel (polar)
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Verbreitung.
Kontinente/Regionen
Hier werden die Kontinente und Regionen aufgeführt, die eine Art natürlicherweise besiedelt (Florengebiete nach Meusel 1965, Daten aus Frank & Klotz 1990 nach Rothmaler 1986).
L
Lebensform
Ein wesentliches ökologisch-morphologischer Merkmal bei Pflanzen
ist die Lage ihrer Überwinterungsorgane zur Erdoberfläche. Sie
können danach in folgende Lebensformtypen eingeteilt werden (nach
Ellenberg 1991):
Therophyt: kurzlebige, z.B. einjährige, krautige Pflanze, die als
Samen überwintert
Geophyt: krautige Zwiebel- oder Rhizompflanze mit unterirdischen Überdauerungsorganen
Hemikryptophyt: krautige Stauden- oder Rosettenpflanze mit Überwinterungsknospen
eng an der Erdoberfläche
Chamaephyt: krautiger oder verholzender Zwergstrauch mit Überwinterungsknospen
im Schneeschutz bis ca. 0,5m über der Erdoberfläche
Nanophanerophyt: zwischen 0,5 und 5m hoch werdender, holziger Strauch
oder kleiner Baum
Phanerophyt: über 5 m hoch werdender Baum
Hydrophyt: krautige Wasserpflanze mit Überwinterungsknospen unter
Wasser
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Biologie und Ökologie .
M
Meeresnähe/Kontinentalität
Hier wird die Lage des Areals im klimatischen West-Ost-Gradienten von
küstennahen (ozeanischen) zu küstenfernen (kontinentalen) Gebieten
wiedergegeben. Pflanzen mit hoher Kontinentalitätszahl zeigen daher
oft eine höhere Toleranz gegenüber Temperaturschwankungen und
Trockenheit (nach Jäger 1968, Daten aus Ellenberg 1991 nach Rothmaler
1972):
1: euozeanisch (extremes Seeklima zeigend)
2: ozeanisch (Seeklima zeigend)
3: ozeanisch bis subozeanisch (See- bis gemäßigtes Seeklima zeigend)
4: subozeanisch (gemäßigtes Seeklima zeigend)
5: subozeanisch bis subkontinental (See-/Steppen-Übergangsklima zeigend)
6: subkontinental (gemäßigtes Steppenklima zeigend)
7: subkontinental bis kontinental (gemäßigtes Steppen- bis Steppenklima zeigend)
8: kontinental (Steppenklima zeigend)
9: eukontinental (extremes Steppenklima zeigend)
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Verbreitung.
Menschlicher Einfluß (Hemerobie)
Die Hemerobiestufe gibt an, in wie stark von Menschen beeinflußten Ökosystemen eine Pflanze ihren Schwerpunkt hat ("Kulturabhängigkeit" einer Art). Diese Angaben können daher als Zeigerwerte für den menschlichen Einfluß auf einen Standort betrachtet werden. Dabei bedeuten (nach Kunick 1974; Daten aus Frank & Klotz 1988):1: ahemerob (fast ohne menschlichen Einfluß)
2: oligohemerob (sehr geringer menschlichen Einfluß)
3: mesohemerob (mäßiger menschlichen Einfluß)
4: beta-euhemerop (mittlerer menschlichen Einfluß)
5: alpha-euhemerob (starker menschlichen Einfluß)
6: polyhemerob (sehr starker menschlichen Einfluß)
7: metahemerob (überaus starker menschlicher Einfluß)
N
Name
Der Name einer Art setzt sich aus dem Gattungsnamen, dem Artnamen (Epitheton) und ggf. dem Rang (z.B. subsp. = Unterart) und Namen einer niedrigeren Einheiten zusammen. Bei Bastarden werden Gattungs- und Artname durch ein "x" getrennt.
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Namen und Taxonomie .
Name im Bildatlas
Durch teilweise unterschiedliche Benennung der Arten im Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands und der bei FloraWeb als Referenz dienenden Standardliste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands können Arten unter einem anderen Namen fotografiert worden sein. Diese Information wird hier wiedergegeben.
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Namen und Taxonomie .
Nutzung
Hier werden nach den Angaben aus dem Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen ehemalige und aktuelle Nutzungsmöglichkeiten und Bedeutungen einer Pflanze für den Menschen genannt. Folgende Möglichkeiten bestehen:
Obstgehölz
Heilpflanze
ehemalige Heilpflanze, heute nur noch selten z.B. in der Homöopathie verwendet
Zierpflanze
Aquarienpflanze
Färbepflanze
technische Nutzung (z.B. als Baumaterial, Möbel, Gerberlohe)
ehemals technische Nutzung
Duftpflanze: Pflanze mit starkem, angenehmem oder unangenehmem Geruch
ethnobotanische Bedeutung: in Volks- und Brauchtum genutzte Pflanze (z.B. Zauber- oder Hexenpflanzen,
Aphrodisiaka, psychoaktive Pflanzen)
O
Operatoren
Je nach Eigenschaft stehen Ihnen die Operatoren
gleich (es muß genau diese Eigenschaft
alleine erfüllt sein) und auch (die
Eigenschaft kann auch in Kombination mit anderen
erfüllt sein) zur Verfügung
Beispiel:
Bei Auswahl von z.B. Kontinente/Regionen: gleich
"Europa" werden nur Arten gefunden,
die ausschließlich in Europa vorkommen.
Bei Auswahl von Kontinente/Regionen: auch
"Europa" werden alle Arten gefunden,
die in Europa, aber auch auf anderen Kontinenten
vorkommen.
P
Pflanzengesellschaften
Die pflanzensoziologische Gliederung der Vegetation beruht vornehmlich
auf dem Arteninventar und ermöglicht eine besonders feine Einteilung
in 662 Assoziationen, 19 Unterverbände, 145 Verbände, 75 Ordnungen
und 48 Klassen. Dabei können die Arten folgende Bindungsgrade haben
(Daten nach Oberdorfer 1983 aus Datenbanken des BfN) :
Kennart: auf die jeweilige pflanzensoziologische Einheit beschränkt
und diese daher kennzeichnend (Schwerpunktvorkommen)
Trennart: die jeweilige Einheit kennzeichnend, aber auch in anderen, jedoch
nicht näher verwandten Einheiten vorkommend
Schwerpunktvorkommen: deutlich gehäuft in der jeweiligen Einheit
("vor allem in/im")
Hauptvorkommen: regelmäßig in der jeweiligen Einheit ("auch
in/im")
Nebenvorkommen: selten, aber nicht zufällig in der jeweiligen Einheit
("selten in/im")
Q
R
Rasterfrequenz
Die Rasterfrequenz spiegelt die Verbreitung einer Art in Deutschland wieder. Die Zahl steht für die Anzahl von Punkten auf einer FloraWeb-Verbreitungskarte. Jeder Punkt steht für mindestens einen Nachweis des Vorkommens einer Art in einem Rasterfeld. Ein Rasterfeld besteht auseinem Kartenblatt der Topographischen Karte im Maßstab 1 : 25.000 (=Meßtischblatt) und ist im Durchschnitt ca. 11 x 12 km groß. Die Gesamtzahl aller Rasterfelder in Deutschland beträgt ca. 3000.
S
Schmetterlinge Gefährdung
Die Gefährdung der Schmetterlinge richtet
sich nach der Roten Liste der Großschmetterlinge
Deutschlands (Bestandteil der Datenbank LEPIDAT
am BfN). Dabei bedeuten:
0: ausgestorben oder verschollen
1: vom aussterben bedroht
2: stark gefährdet
3: gefährdet
R: seltene Arten oder Arten mit geographischer
Restriktion
G: Gefährdung anzunehmen, aber Status unbekannt
V: Vorwarnliste
D: Daten defizitär.
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Schmetterlinge.
Schmetterlinge Gruppe
Die Gruppierung der Schmetterlinge erfolgt nach der klassischen Aufteilung in die vier Hauptgruppen Tagfalter, Spinnerartige, Eulenfalter und Spanner in Anlehnung an Karsholt & Razowski (1996) nach der Datenbank LEPIDAT des BfN.
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Schmetterlinge.
Schmetterlinge Phagie/Nahrungspflanze
Nach der Datenbank LEPIDAT des BfN werden
hier die Schmetterlingsarten genannt, die an
der ausgewählten Pflanzenart als Schmetterling
(Imago) Nektar saugen (Nektarpflanze) oder die
Pflanze als Raupe fressen (Raupenfutterpflanze).
Bei den Raupenfutterpflanzen unterscheidet man
hinsichtlich der Bindung und damit Abhängigkeit
der Raupen von der Pflanze außerdem zwischen:
monophag: die Raupe kann nur diese Pflanzenart
fressen
oligophag: die Raupe kann mehrere Pflanzenarten
einer Pflanzengattung oder -familie fressen
polyphag: die Raupe kann mehrere Futterpflanzen
verschiedener Pflanzengattungen oder -familien
fressen
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Schmetterlinge.
Schmetterlingsname
Der wissenschaftliche Namen der Schmetterlinge richtet sich in Anlehnung an Karsholt & Razowski (1996) nach der Datenbank LEPIDAT des BfN. Der deutsche Namen stammt ausschließlich aus der Datenbank LEPIDAT.
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Schmetterlinge.
Schutzmaßnahmen
Für die Erhaltung von Pflanzengesellschaften können folgende Schutz-,
Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen erforderlich sein (nach der Roten
Liste der Pflanzengesellschaften Deutschlands):
Totalschutz (ohne jegliche Nutzung)
Schutzmaßnahmen (mit angepaßter Nutzung)
Pflegemaßnahmen (angepaßtes Bestandsmanagement)
Wiederherstellungsmaßnahmen nicht erforderlich (bestehende Maßnahmen ausreichend)
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext unter dem Thema Rote Liste.
Schutz und Bestandteil von Konvention
Arten können unabhängig von ihrer Gefährdung durch rechtliche Instrumente geschützt werden. In Deutschland erfolgt dies durch die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV), über die auch die Arten des Washingtoner Artenübereinkommens WA/CITES auf nationaler Ebene unter gesetzlichen Schutz gestellt werden. In der Europäischen Union wird das WA durch die Anhänge A und B der EU-Verordnung 338/97 (EU-VO) umgesetzt.
Die Daten stammen aus der Datenbank WISIA des BfN. Zu WISIA gelangen Sie auch über "Schutz" im linken Menuerahmen, Weitere Erläuterungen finden Sie im Hintergrundtext zum Thema Schutz.
Status
Arten können in einem Gebiet unterschiedlich lange und unterschiedlich fest etabliert/eingebürgert vorkommen. Je nach Zeitpunkt des ersten Auftretens und Etablierungs-/Einbürgerungsgrad unterscheidet man für Deutschland (nach der "Standardliste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands" von WISSKIRCHEN & HAEUPLER 1998):
I = indigene Art; seit jeher bei uns heimisch
A = Archaeophyt; bei uns vor 1492 alteingebürgerte Art
A? = Archaeophyt; ev. doch indigen
E = Neophyt; bei uns nach 1492 neueingebürgerte Art
E? = Neophyt, ev. doch Archaeophyt
E(lok.) = nur lokal eingebürgerter Neophyt
U = unbeständige Art; bei uns nicht fest eingebürgert
XU = unbeständige Hybridsippe
U-E = in Einbürgerung befindlich
K = bei uns nur angebaute bzw. angepflanzte Art (= Kulturpflanze)
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Verbreitung .
Strategie
Für die Besiedlung neuer und die Behauptung in bestehenden Lebensräumen
sind das Konkurrenz- und Anpassungsverhalten einer Art von entscheidender
Bedeutung. Nach Grime (1979) lassen sich dabei folgende Haupttypen unterscheiden,
zwischen denen es entsprechende Übergangstypen gibt (Daten aus Frank
& Klotz 1990):
Konkurrenzstrategen: Arten mit geringem-mittlerem Biomassezuwachs aber
hoher Konkurrenzkraft, die sich bei stabilen Umweltbedingungen langfristig
durchsetzen (z.B. Bäume)
Streßstrategen: Arten mit geringem Biomassezuwachs und geringer Konkurrenzkraft,
aber mit Anpassungen an extreme Standortbedingungen (z.B. hoher Salzgehalt),
so daß sie dort nicht von anderen Arten bedrängt werden
Ruderalstrategen: Arten mit hohem Biomassezuwachs aber geringer Konkurrenzkraft,
die kurzlebige, aber von anderen Arten bisher nicht "besetzte" Pionierstandorte
besiedeln, auf denen sie aber langfristig durch diese verdrängt werden
(z.B. einjährige Unkräuter)
intermediärer Strategietyp: Arten mit mittlerem Biomassezuwachs und
Konkurrenzkraft, die Nischen relativ gut nutzen können, aber meist nur
eine mittlere Lebensdauer haben (z.B. Rosettenpflanzen oder kleinwüchsige,
ausdauernde Arten)
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Biologie und Ökologie.
Synsystematische Einheiten und Ränge
Pflanzengesellschaften werden nach ihrer floristischen Ähnlichkeit ("Verwandtschaft")
zu synsystematischen Einheiten unterschiedlicher Rangstufen zusammengefaßt
und in Form eines hierarchischen Systems klassifiziert (Synsystematik).
Grundeinheiten sind die Assoziationen, die zu Verbänden, diese zu Ordnungen
und diese wiederum zu Klassen zusammengefaßt werden. Nach Pott (1995)
können diese Klassen 12 Formationen (hier als Klassengruppen bezeichnet)
zugeordnet werden. In der Roten
Liste der Pflanzengesellschaften Deutschlands, nach der sich die Synsystematik
von FloraWeb richtet, werden außerdem "zugeordnete Einheiten" ausgeschieden.
Diese werden zwar nicht als eigene Gesellschaften akzeptiert und daher
einer anderen Assoziation zugeordnet, es werden aber differenzierte und
von der "Hauptassoziation" ggf. abweichende Informationen vorgelegt (z.B.
eigene Einstufung in die Rote Liste).
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Pflanzengesellschaften.
Systematik / Familienzugehörigkeit
Pflanzen werden ihrer Verwandtschaft nach zu
höheren systematischen Einheiten zusammengefaßt
(Systematik).
Neben der Gattung, die der erste
Teil des wissenschaftlichen Namens ist, ist
die Familienzugehörigkeit die bedeutsamste
und bekannteste Verwandtschaftsangabe. Diese
richtet sich hier nach der "Standardliste der
Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands"
von WISSKIRCHEN & HAEUPLER 1998.
T
Typus
Um eindeutig sagen zu können, welche
Pflanze mit welchem Namen gemeint ist, werden
der Herbarbeleg (Typus) einschl. des Herbars
(Abkürzungen nach# Index Herbariorum#)
oder der Wuchsort der Pflanze dieses Beleges
(Locus typi) und evtl. Literaturangaben (vide
...) angegeben, der dem Namen zugrunde liegt.
Folgende Typen werden unterschieden:
holo-: Holotypus; vom Autor des Namens selbst
als Typus bezeichnet
lecto-: Lectotypus; von einem späteren
Autor aus den Originalbelegen festgelegter Typus
für einen Namen
neo-: Neotypus; von einem späteren Autor
nicht aus den Originalbelegen festgelegter Typus
für einen Namen
typ. cons.: typus conservandus; Vorschlag für
einen Typus zur Festlegung eines bestimmten
gebräuchlichen, aber zweifelhaften Namens
icon: Iconotypus; der Typus ist kein Herbarbeleg,
sondern eine Abbildung
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Namen und Taxonomie .
U
V
Verantwortlichkeit Deutschlands nach Welk (2002)
Je bedeutsamer die Vorkommen einer
Art in Deutschland verglichen mit ihrem weltweiten
Bestand sind, desto höher ist unsere Verantwortlichkeit
für das weltweite Überleben diese
Art. Die Bedeutung hängt z.B. von der Größe
und Lage des Gesamtverbreitungsgebietes der
Art (= Areal), ihrer Häufigkeit, Bestandsdynamik
und von ihrem Status ab. Die Verantwortlichkeit
Deutschlands für die weltweite Erhaltung
einer Art wird in fünf Klassen wiedergegeben
(nach dem FuE-Projekt "Schutzrelevanz" der Universität
Halle):
5: sehr große Verantwortlichkeit Deutschlands
4: große Verantwortlichkeit Deutschlands
3: mittlere Verantwortlichkeit Deutschlands
2: geringe Verantwortlichkeit Deutschlands
1: keine besondere Verantwortlichkeit Deutschlands
Quelle: Welk, Erik (2002): Arealkundliche Analyse und Bewertung der Schutzrelevanz seltener und gefährdeter Gefäßpflanzen Deutschlands. Schriftenreihe für Vegetationskunde, Heft 37
Verantwortlichkeit Deutschlands nach Ludwig et.al. (2007)
Fünf Jahre nach der Verantwortlichkeitsanalyse von Welk (s.o.) wurden von Ludwig, May und Otto eine vorläufige Neubewertung der Verantwortlichkeit vorgenommen. Diese basiert auf den inzwischen über alle Organismengruppen abgestimmten Kriterien nach Gruttke et. al. (2004)und den Daten von Korneck et. al. (1996) und Welk (2002).
Bei der Methode nach Gruttke et. al. wird die Verantwortlichkeit in folgende Klassen eingeteilt:
!!: besonders hohe Verantwortlichkeit Deutschlands
!: hohe Verantwortlichkeit Deutschlands
(!): besondere Verantwortlichkeit für hochgradig isolierte Vorposten
: keine besondere Verantwortlichkeit
Quelle: Ludwig, Gerhard, Rudolf May & Christelle Otto (2007): Verantwortlichkeit Deutschlands für die weltweite Erhaltung der Farn- und Blütenpflanzen - vorläufige Liste. BfN-Skripten 220, 2007.
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Verbreitungskarte
Die Verbreitungsdaten entstammen der laufenden Floristischen Kartierung Deutschlands. Deren Ergebnisse wurden in zahlreichen regionalen Verbreitungsatlanten sowie überregional für Westdeutschland (Haeupler & Schönfelder 1988) und Ostdeutschalnd (Benkert et al. 1996) veröffentlicht. Ein erster gesamtdeutscher Atlas mit aktuellen Verbreitungskarten und Anmerkungstexten wird derzeit vorbereitet.
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Verbreitung.
Vollfrühling
Charakteristisch für den Vollfrühling sind Apfel- und Fliederblüte.
In der Landwirtschaft gehen Kartoffeln, Futterrüben und Wintergetreide auf.
Vorfrühling
Der Vorfrühling bezeichnet eine phänologische Jahreszeit, die in den wärmeren Regionen Mitteleuropas Ende Februar beginnt und in den kälteren etwa Mitte März. Charakteristisch sind die Erste Blüte von Haselnuss und Schneeglöckchen.
In der Landwirtschaft wird das Sommergetreide ausgesät. Der Beginn der Sal-Weide-Blüten leitet das Ende dieser Phase ein.
W
Wasser- und Gashaushalt
Der Feinbau der Pflanze als Anpassung an Wasserverfügbarkeit und
Gasstoffwechsel spiegelt ihre Standortbedinungen wieder. Nach Daten von
Ellenberg 1979 (aus Frank & Klotz 1990) kann man folgende Typen unterscheiden:
hydromorph: untergetauchte oder an der Oberfläche treibende Schwimmblätter,
die auch dem Stoffaustausch mit dem Wasser dienen
hygromorph: zarte Schatten- und Halbschattenpflanzen
mesomorph: Pflanze ohne besondere Baueigenschaften für den Wasser- und
Gashaushalt
skleromorph: derbe, an Trockenheit angepaßte Pflanzen (Xerophyten)
sukkulent: fleischige, an Trockenheit angepaßte wasserspeichernde
Pflanzen
helomorph: Sumpfpflanzen mit lufterfüllten Räumen in den unteridrischen
Organen
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Biologie und Ökologie.
Werte
Bei Auswahl mehrerer Werte werden diese durch
"oder" verknüpft (z.B.
Auswahl von Gefährdung "2" und
"3" erzeugt eine Liste aller stark
gefährdeten (2) und gefährdeten (3)
Arten).
Eigenschaften, zu denen für einzelne Arten
keine Werte vorliegen, beeinflussen das
Ergebnis nicht. So werden z.B. bei der Auswahl
von Gefährdung: "3" und Lichtwert:
"5" alle Arten gefunden, die gleichzeitig
gefährdet (3) sind und einen Lichtwert
von 5 haben sowie die Arten, die gefährdet
(3) sind, aber für die keine Daten zum
Lichtwert vorliegen und umgekehrt.
Wissenschaftliche und deutsche Namen (Syntaxonomie)
Pflanzengesellschaften werden nach verbindlichen Regeln benannt, so daß eine Gesellschaft nur einen akzeptierten wissenschaftlichen Namen haben kann. Dazu existieren aber oft weitere wissenschaftliche Synonyme. Dagegen gibt es für die Bildung deutscher Namen keine verbindlichen Regeln, so daß für eine Gesellschaft mehrere deutsche Namen möglich sind. Der FloraWeb zugrundeliegende gültige wissenschaftliche Name, dessen Synonyme und deutsche Namen richten sich nach der Roten Liste der Pflanzengesellschaften Deutschlands. Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Namen und Taxonomie .
Wissenschaftlicher Name, Nomenklatur, Taxonomie
Für die internationale Verständlichkeit werden Pflanzen nach dem International Code of Botanical Nomenclature benannt, so daß eine Art nur einen gültigen wissenschaftlichen Namen haben kann. Für eine Art existieren aber oft mehrere wissenschaftliche Namen (Synonyme). So wurden Arten oft mehrfach beschrieben oder es bestehen unterschiedliche Auffassungen über deren Namen (Nomenklatur) und Abgrenzung (Taxonomie) (z.B. bzgl. der Zugehörigkeit zu systematischen Einheiten oder des Rangs, d.h. Wertung als Art oder als Unterart etc.). Die FloraWeb zugrundeliegende Nomenklatur und Taxonomie entspricht mit dem Erscheinen des "Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (Hrsg. NetPhyD und BfN 2013)) dem dort verwendeten Standard (S. 37 - 39).
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Namen und Taxonomie .
X
Y
Z
Zeigerwerte
Zeigerwerte geben das Schwergewicht des Vorkommens einer Art in Bezug
auf Standorteigenschaften wieder, das sich aus deren ökologischen
Ansprüchen unter der Konkurrenz der anderen Arten in Mitteleuropa
einstellt. Damit spiegeln sie die ökologischen Bedingungen eine Standortes
wider. Von Ellenberg (1991) wurden folgende Zeigerwerte vergeben:
Lichtzahl (L) von 1-9 (Tiefschatten- bis Volllichtpflanze)
Temperaturzahl (T) von 1-9 (Kälte- bis extremer Wärmezeiger)
Kontinentalitätszahl (K) von 1-9 (extremes See- bis extremes Steppenklima
zeigend)
Feuchtezahl (F) von 1-12 (Starktrockenheitszeiger bis Unterwasserpflanze)
Feuchtewechsel (stark wechselnde Feuchte bzw. Überschwemmung zeigend)
Reaktionszahl (R) von 1-9 (Starksäure- bis Basen-/Kalkzeiger)
Stickstoffzahl (N) von 1-9 (ausgesprochene Stickstoffarmut bis übermäßigen
Stickstoffreichtum zeigend)
Salzzahl (S) von 0-9 (nicht salzertragend bis zu sehr hohen bis extremen
Salzgehalt zeigend)
Schwermetallresistenz (B) von 1-2 (mäßig bis ausgesprochen
schwermetallresistent)
x = indifferentes Verhalten
? = ungeklärtes Verhalten
Zitat
Hier wird die Originalarbeit (standardisiert abgekürzt nach Botanico-Periodicum-Huntianum oder Taxonomic Literature und deren Supplementen) angegeben, in der der letztgenannte Autor die Art beschrieben/umkombiniert hat. Wurden die Angaben am Originalzitat überprüft, sind sie mit einem * gekennzeichnet.
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Namen und Taxonomie .
Zusätze und Bemerkungen
Sie dienen der genauen Abgrenzung und Kommentierung eines Namens in einer einheitlichen Kurzform. So bedeutet z.B. "s.str." (= sensu stricto) und "s.l." (= sensu lato), daß die Art in einem engen bzw. weiteren Sinne gemeint ist, "non L." "nicht im Sinne des Autors LINNÉ", "nom. inval. (nom. nud.)" (= nomen invalidum (nomen nudum) daß der Namen nicht gültig beschrieben ist, da ihm die geforderte genaue Beschreibung fehlt etc. (z.T. mit Zitatangaben: [vide ...]). Außerdem werden die Elternarten von Bastarden genannt (z.B. für Salix x rubens: Salix alba x S. fragilis).
Weitere Erläuterungen im Hintergrundtext zum Thema Namen und Taxonomie .

