Pteridium aquilinum (L.) Kuhn (Adlerfarn)

Lebensraum und Ökologie

Standort Mäßig trockne bis wechselfrische, sandige bis lehmige LaubmischW, KiefernW u. -forste, Waldschläge u. -säume, aufgelassene od. extensiv genutzte waldnahe Weiden, kalkmeidend R4606
Ökologische Zeigerwerte L6 T5 K3 R3 F5w N3 S0 M- E1
Lichtzahl 6 Halbschatten- bis Halblichtpflanze: zwischen 5 und 7 stehend, selten bei weniger als 20 % r. B.
Temperaturzahl 5 Mäßigwärmezeiger: in tiefen bis in montanen Lagen vorkommend (Schwergewicht in submontan-temperaten Bereichen)
Kontinentalitätszahl 3 ozeanisch bis subozeanisch: zwischen 2 und 4 stehend (in großen Teilen Mitteleuropas vorkommend)
Reaktionszahl 3 Säurezeiger: Schwergewicht auf sauren Böden, nur ausnahmsweise im neutralen Bereich
Feuchtezahl 5 Frischezeiger: Schwergewicht auf mittelfeuchten Böden
Feuchtewechsel w Zeiger für starke Feuchtewechsel
Stickstoffzahl 3 Stickstoffarmutzeiger: auf N-armen Standorten häufiger als auf mittelmäßigen, nur ausnahmsweise auf N-reicheren
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: Laub- und Nadelwälder saurer, nährstoffarmer Böden
  • Nebenvorkommen: Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen
Bindung an Pflanzengesellschaften Schwerpunktvorkommen in Verband: Quercion robori-petraeae Br.-Bl. 1932
Schwerpunktvorkommen in Unterverband: Luzulo-Fagenion Lohm. et Tx. 1954
Schwerpunktvorkommen in Unterverband: Sarothamnenion (Tx. in Prsg. 1949) Oberd. 1983
Hauptvorkommen in Ordnung: Vaccinio-Piceetalia Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939
Biotoptyp Birken-Eichenwald feuchter Standorte
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Mit Birken durchmischte Stieleichenwälder (Betula pendula, Betula pubescens, Quercus robur) auf nährstoff- und basenarmen Sandböden; Hauptvorkommen im norddeutschen Flachland; typisch sind artenarme, lichte Bestände mit (Wechsel-)Feuchtezeigern in der Krautschicht, z.B. Pfeifengras (Molinia arundinacea, M. caerulea).
Eichenwald frischer Standorte
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Von Stieleiche und Traubeneiche dominierte Eichenmischwälder (z.T. mit Birken, Buchen und Kiefern) auf nährstoff- und basenarmen, frischen Sandböden; Hauptvorkommen im norddeutschen Flachland; typisch sind artenarme, lichte Bestände mit Bodensäurezeigern in der Krautschicht, z.B. Pillen-Segge, Wiesen-Wachtelweizen und Draht-Schmiele (Carex pilulifera, Melampyrum pratense und Deschampsia flexuosa).
Eichen-Buchenwald frischer, basenarmer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Wälder des Tief- und Hügellandes auf frischen bis trockenen, basenarmen Sand- und sandigen Lehmböden; artenarme Wälder mit Rotbuche (Fagus sylvatica) und Traubeneiche (Quercus petraea) als bestandsbildende Baumarten; Hallenwald mit nur mäßig ausgebildeter Strauch- und Krautschicht; vorwiegend Säure- und Magerkeitszeiger; nur wenige anspruchsvollere Arten.
Kahlschläge und Fluren der Lichtungen (mit überwiegend krautiger Vegetation, planar bis montan)
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Hierunter fallen: A) Typische nach Kahlhieb (flächige Holzernte) entstehende krautreiche, kurzlebige Sukzessionstadien der ersten Jahre, die standörtlich infolge der fehlenden Transpiration durch die Baumschicht feuchter (oft wechselfeucht) als der umliegende Wald sind, und für die eine Kombination von Waldarten und Saumarten sowie eigene fast nur nach Schlag auftretende Arten bezeichnend sind. B) Auf natürlich entstandenen Lichtungen (z.B. durch Windwurf oder kleinflächige Einschläge) stellen sich ähnliche Standortbedingungen ein, wenngleich in kleinen Lichtungen oder bei Plenterhieb das Waldinnenklima zumindestens teilweise erhalten bleibt; durch den Blütenreichtum hohe Bedeutung für zahlreiche waldgebundene Insektenarten. Oft folgen dann langlebige von Gräsern oder Seggen und Simsen (z.B. Luzula luzuloides oder Carex pilulifera) dominierte Sukzessionsphasen. Gehölzfreie Dominanzstadien von Polykormonbildnern z.B. von den Gräsern Calamagrostis epigeios (Landreitgras), C. villosus (Wolliges Reitgras) oder von Adlerfarn (Pteridium aquilinum) sind unter Biotoptyp 39.07 zu fassen. Danach setzt mehr oder weniger schnell eine Verbuschung über Himbeer- und Brombeergestrüppe (42.02) zu Vorwäldern (42.03) ein.
Artenarmer, gehölzfreier Adlerfarn-Dominanzbestand
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Dominanzbestände des Adlerfarns (Pteridium aquilinum), die weitgehend gehölzfrei (max. 35 % Gehölze) sind. Diese können flächig nach Kahlschlag auftreten, aber auch großflächig im Grünland. Adlerfarn wird durch Brand gefördert, ist ein Weideunkraut und vermag bei ausreichender Tiefgründigkeit des Bodens mit seinen Rhizomen angrenzende Flächen zu "unterwandern" und kann dann nach Brachfallen sehr schnell flächendeckend dominant auftreten. Anfänglich ist die ursprüngliche Vegetation durch Begleitarten noch deutlich, bei älteren Adlerfarnbeständen tritt eine zunehmende Artenverarmung ein.
Eichen-Trockenwald basenarmer Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Eichenwälder trocken-warmer Hänge; an flachgründigen meist felsigen, basenarmen Standorten; artenarme Bestände zumeist aus krüppelig wachsenden Traubeneichen (Quercus petraea) mit nur spärlichem bis fehlendem Unterwuchs.
Birken-Stieleichen-Trockenwald auf Sand
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Von Birken (Betula pendula) und Stieleichen (Quercus robur) dominierte Wälder an trockenen Standorten auf sandigen Böden; überwiegend im Norddeutschen Tiefland.
Bindung an Wald
  • ALPEN: Krautschicht: Im Wald wie im Offenland
  • BERGLAND: Krautschicht: Im Wald wie im Offenland
  • TIEFLAND: Krautschicht: Weitgehend an Wald gebunden: vorwiegend im geschlossenen Wald
Hemerobie (menschlicher Einfluss) m: mesohemerob - o: oligohemerob mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) mäßig urbanophob Art kommt vorwiegend außerhalb menschlicher Siedlungen vor. BF1
Ökologischer Strategietyp c (Konkurrenz-Strategen) Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. BF1

Verwandte Taxa ähnlichen Umfangs, denen ggf. Eigenschaften zugeordnet wurden:

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Pteridium aquilinum (L.) Kuhn.
  • Name in Ellenberg/Weber: Pteridium aquilinum.
  • Name in BiolFlor: Pteridium aquilinum.