Frangula alnus Mill. (Echter Faulbaum)

Lebensraum und Ökologie

Standort (Tiefen)feuchte bis nasse Gebüsche, Erlenbrüche, Kiefern- u. Birkenmoore, LaubmischW, kalkmeidend R2472
Ökologische Zeigerwerte L6 T6 K5 R4 F8w Nx S0 M- E1
Lichtzahl 6 Halbschatten- bis Halblichtpflanze: zwischen 5 und 7 stehend, selten bei weniger als 20 % r. B.
Temperaturzahl 6 Mäßigwärme- bis Wärmezeiger: zwischen 5 und 7 stehend (planar bis collin)
Kontinentalitätszahl 5 intermediär: schwach subozeanisch bis schwach subkontinental
Reaktionszahl 4 Säure- bis Mäßigsäurezeiger: zwischen 3 und 5 stehend
Feuchtezahl 8 Feuchte- bis Nässezeiger: zwischen 7 und 9 stehend
Feuchtewechsel w Zeiger für starke Feuchtewechsel
Stickstoffzahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: Bruch- und Auenwälder
  • Hauptvorkommen: Laub- und Nadelwälder saurer, nährstoffarmer Böden
  • Nebenvorkommen: Laub- und Tannenwälder mittlerer Standorte
  • Hauptvorkommen: nährstoffarme Moore und Moorwälder
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Verband: Berberidion Br.-Bl. 1950
Biotoptyp Gebüsche frischer Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Flächige Strauchbestände auf mäßig trockenen bis mäßig feuchten Standorten; auf basenreichen Böden meist Vorkommen von Hartriegel (Cornus sanguinea), Schlehe (Prunus spinosa), Weißdorn (Crataegus spp.), Hasel (Corylus avellana) oder Hundsrose (Rosa canina); auf basenarmen Standorten z.B. Ginstergebüsche (Cytisus scoparius oder Genista spp.).
Brombeergestrüppe
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Flächig oder linear ausgebildete Gestrüppe diverser Varietäten der Brombeere (Rubus fruticosa agg.). Nicht eingeschlossen sind ruderale dörfliche oder städtische Brombeergestrüppe (s. hierzu 51.02.02).
Brombeergestrüpp auf kalkarmem Untergrund
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Moordegenerationsstadium mit starkem Gehölzaufwuchs
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Beeinträchtigte (teilweise auch wiedervernässte) Moorbereiche mit Dominanz von jüngeren, noch nicht waldartigen Gehölzbeständen (Birken, Kiefern, häufig auch Faulbaum [Frangula alnus] und Gagel-Strauch [Myrica gale]); leiten über zu den Moorwäldern (43.01 und 44.01) und zu Gebüschen nasser bis feuchter Standorte (41.01.01), häufig noch Moor-Glockenheide (Erica tetralix) oder Besenheide (Calluna vulgaris) sowie Bestände von Schmalblättrigem bzw. Scheiden-Wollgras (Eriophorum angustifolium, E. vaginatum) oder Pfeifengras (Molinia caerulea) im Unterwuchs.
Feldgehölz nasser bis feuchter Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Feldgehölz vernässter Bereiche innerhalb agrarisch genutzter Flächen, z.B. mit Alnus glutinosa (Schwarzerle), Fraxinus excelsior (Esche), Quercus robur (Stieleiche), Ulmus spp. (Ulme).
Hecke auf ebenerdigen Rainen oder Böschungen feuchter bis nasser Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Waldmantel nasser bis feuchter Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Waldmantel mit z.B. Lavendelweide (Salix eleagnos) oder Faulbaum (Frangula alnus) an Waldrändern im Übergang zu Mooren, Fließgewässern oder sonstigen feuchten bis nassen Standorten.
Moor-Gebüsch (z.B. mit Weiden, Gagel)
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Weiden- und Gagelgebüsche (z.B. mit Salix cinerea, Myrica gale) insbesondere in Moorrandbereichen und auf sonstigen vermoorten Standorten. Von 41.01.01 durch das Hinzutreten weiterer Moorpflanzen (z.B. Torfmoose) zu unterscheiden.
Gebüsch nasser bis feuchter mineralischer Standorte außerhalb von Auen
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Von z.B. Weidenarten (z.B. Salix cinerea, Salix aurita) oder Faulbaum (Frangula alnus) geprägte Gebüsche in Verlandungsbereichen bzw. an Ufern stehender Gewässer oder sonstigen feuchten bis nassen mineralischen Standorten.
Bindung an Wald
  • ALPEN: Strauchschicht: Im Wald wie im Offenland
  • BERGLAND: Strauchschicht: Im Wald wie im Offenland
  • TIEFLAND: Strauchschicht: Im Wald wie im Offenland
Hemerobie (menschlicher Einfluss) m: mesohemerob - o: oligohemerob mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) mäßig urbanophob Art kommt vorwiegend außerhalb menschlicher Siedlungen vor. BF1
Ökologischer Strategietyp c (Konkurrenz-Strategen) Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. BF1

Verwandte Taxa ähnlichen Umfangs, denen ggf. Eigenschaften zugeordnet wurden:

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Frangula alnus Mill..
  • Name in Ellenberg/Weber: Frangula alnus.
  • Name in BiolFlor: Frangula alnus.