Epilobium parviflorum Schreb. (Kleinblütiges Weidenröschen)

Lebensraum und Ökologie

Standort Feuchte bis nasse Ränder von Bächen, Gräben u. Quellen, gestörte Röhrichte, feuchte Rud., basenhold R2124
Ökologische Zeigerwerte L7 T5 K3 R8 F9u N6 S0 M- E1
Lichtzahl 7 Halblichtpflanze: meist bei vollem Licht, aber auch im Schatten bis etwa 30 % r. B.
Temperaturzahl 5 Mäßigwärmezeiger: in tiefen bis in montanen Lagen vorkommend (Schwergewicht in submontan-temperaten Bereichen)
Kontinentalitätszahl 3 ozeanisch bis subozeanisch: zwischen 2 und 4 stehend (in großen Teilen Mitteleuropas vorkommend)
Reaktionszahl 8 Schwachsäure-/Schwachbasen- bis Basen- und Kalkzeiger: zwischen 7 und 9 stehend, d. h. meist auf Kalk weisend
Feuchtezahl 9 Nässezeiger: Schwergewicht auf oft durchnässten (luftarmen) Böden
Feuchtewechsel u Überschwemmungszeiger
Stickstoffzahl 6 Mäßigstickstoff- bis Stickstoffreichtumzeiger: zwischen 5 und 7 stehend
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Nebenvorkommen: Feuchtwiesen
  • Hauptvorkommen: nährstoffreiche Gewässer
  • Nebenvorkommen: nährstoffreiche Stauden- und ausdauernde Unkrautfluren
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Assoziation: Convolvulo-Epilobietum hirsuti Hilbig et al. 1972
Hauptvorkommen in Klasse: Artemisietea Lohm., Prsg. et Tx. in Tx. 50
Hauptvorkommen in Klasse: Bidentetea Tx., Lohm. et Prsg. in Tx. 1950
Biotoptyp Krautige und grasige Säume und Fluren oligo- bis eutropher, frischer bis nasser Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Krautiger oder grasiger Saum oder Flur kalkarmer, oligo- bis eutropher, frischer bis nasser Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Krautiger oder grasiger Saum oder Flur kalkreicher, oligo- bis eutropher, frischer bis nasser Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Krautige Ufersäume oder -fluren an Gewässern
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Von ausdauernden Kräutern (Stauden) geprägte Säume meist an Fließgewässern, seltener auch an stehenden Gewässern. Dazu gehören an besonnten Gewässerufern blütenreiche Bänder entlang von Bächen und Gräben mit z.B. Ranunculus aconitifolius (Eisenhutblättriger Hahnenfuß), Chaerophyllum hirsutum (Behaarter Kälberkopf), Caltha palustris (Sumpfdotterblume) ebenso wie die hochwüchsigen Staudensäume der Flussufer mit Arten wie Senecio fluviatilis (Flussgreiskraut), Conium maculatum (Gefleckter Schierling), oft überzogen von Schleiern windender Arten; (von Neophyten dominierte Uferstaudenfluren vgl. 39.05). An beschatteten Ufern sind die Ufersäume in der Regel unauffälliger und niedrigwüchsig wie z.B. Bänder von Cardamine amara (Bitteres Schaumkraut). Oft im Kontakt zu zeitweilig trockenfallenden Uferbereichen (23.08, 24.08) auf denen sich geschlossene krautige Vegetation annueller Arten (z.B. Chenopodium rubrum [Roter Gänsefuß], Bidens-Arten [Zweizahn]) ansiedeln können.
Bindung an Wald keine Bindung an Wald oder Taxon nicht bewertet
Hemerobie (menschlicher Einfluss) b: b-euhemerob - m: mesohemerob - o: oligohemerob b-euhemerob: Arten der Intensivweiden, -wiesen und -forsten sowie reicher Zierrasen - mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) urbanophob Art wächst ausschließlich außerhalb menschlicher Siedlungen. BF1
Ökologischer Strategietyp cs (Konkurrenz-Stress-Strategen) Übergangstyp zwischen Konkurrenz- und Stress-Strategen. BF1

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Epilobium parviflorum Schreb..
  • Name in Ellenberg/Weber: Epilobium parviflorum.
  • Name in BiolFlor: Epilobium parviflorum.