Quercus robur L. (Stiel-Eiche)

Lebensraum und Ökologie

Standort Plan. bis mont., trockne bis frische LaubmischW, bes. AuenW, Eichen-BirkenW, Eichen-KiefernW, staunässeertragend R4685
Ökologische Zeigerwerte L7 T6 K6 Rx Fx- Nx S0 M- E1
Lichtzahl 7 Halblichtpflanze: meist bei vollem Licht, aber auch im Schatten bis etwa 30 % r. B.
Temperaturzahl 6 Mäßigwärme- bis Wärmezeiger: zwischen 5 und 7 stehend (planar bis collin)
Kontinentalitätszahl 6 subkontinental: Schwergewicht im östlichen Mitteleuropa und Osteuropa
Reaktionszahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Feuchtezahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Feuchtewechsel - keine Angabe zum Feuchtewechseltyp
Stickstoffzahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: Bruch- und Auenwälder
  • Hauptvorkommen: Laub- und Nadelwälder saurer, nährstoffarmer Böden
  • Hauptvorkommen: Laub- und Tannenwälder mittlerer Standorte
  • Hauptvorkommen: Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Klasse: Querco-Fagetea Br.-Bl. et Vlieg. in Vlieg. 1937
Schwerpunktvorkommen in Verband: Carpinion Issl. 1931 em Oberd. 1953 (grundfeuchte Ausbildungen)
Schwerpunktvorkommen in Verband: Alno-Ulmion Br.-Bl. et Tx. 1943 (Alno-Padion Knapp 1948)
Hauptvorkommen in Verband: Dicrano-Pinion Libb. 1933 corr. Matusz. 1962
Hauptvorkommen in Ordnung: Quercetalia pubescenti-petraeae Br.-Bl. 1931
Hauptvorkommen in Verband: Quercion robori-petraeae Br.-Bl. 1932
Hauptvorkommen in Verband: Erico-Pinion Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939
Biotoptyp Eichen-Hainbuchenwald staunasser bis frischer Standorte
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Artenreicher Laubmischwald (stau-)nasser bis (stau-)feuchter einschließlich wechselfeuchter oder frischer Standorte; v.a. auf tiefgründigen, nährstoffreichen, grund- und stauwasserbeeinflussten Böden; typisch sind artenreiche Bestände mit einem vielschichtigen Kronendach aus Stieleiche (Quercus robur), Hainbuche (Carpinus betulus), Esche (Fraxinus excelsior) u.a.
Birken-Eichenwald feuchter Standorte
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Mit Birken durchmischte Stieleichenwälder (Betula pendula, Betula pubescens, Quercus robur) auf nährstoff- und basenarmen Sandböden; Hauptvorkommen im norddeutschen Flachland; typisch sind artenarme, lichte Bestände mit (Wechsel-)Feuchtezeigern in der Krautschicht, z.B. Pfeifengras (Molinia arundinacea, M. caerulea).
Eichenwald frischer Standorte
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Von Stieleiche und Traubeneiche dominierte Eichenmischwälder (z.T. mit Birken, Buchen und Kiefern) auf nährstoff- und basenarmen, frischen Sandböden; Hauptvorkommen im norddeutschen Flachland; typisch sind artenarme, lichte Bestände mit Bodensäurezeigern in der Krautschicht, z.B. Pillen-Segge, Wiesen-Wachtelweizen und Draht-Schmiele (Carex pilulifera, Melampyrum pratense und Deschampsia flexuosa).
Eichen-Buchenwald frischer, basenarmer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Wälder des Tief- und Hügellandes auf frischen bis trockenen, basenarmen Sand- und sandigen Lehmböden; artenarme Wälder mit Rotbuche (Fagus sylvatica) und Traubeneiche (Quercus petraea) als bestandsbildende Baumarten; Hallenwald mit nur mäßig ausgebildeter Strauch- und Krautschicht; vorwiegend Säure- und Magerkeitszeiger; nur wenige anspruchsvollere Arten.
Eichen-Trockenwälder
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Hecken mit überwiegend autochthonen Arten
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Lineare, von Gehölzen, überwiegend Sträuchern, gebildete Elemente der Kulturlandschaft, die einer aktuellen Nutzung (Brennholzgewinnung, Einfriedung) oder Pflege (Rückschnitt, Auf-den-Stock-setzen) unterliegen bzw. heute noch erkennbare Spuren einer früheren Nutzung oder Pflege aufweisen.
Sumpfwälder (auf mineralogenen Böden)
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Wälder auf dauernassen oder grundwasserzügigen Standorten außerhalb von Auen- bzw. Talniederungen, Mooren und Quellbereichen z.B. in staunassen Mulden und Senken mit im Gegensatz zu Bruchwäldern mineralischen oder allenfalls anmoorigen Böden; in der Baumschicht dominieren Erlen (Alnus glutinosa), Eschen (Fraxinus excelsior), Birken (Betula spp.) oder Weiden (Salix ssp.).
Hartholzauenwälder
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Natürlicherweise periodisch bis episodisch überflutete Wälder in den höher gelegenen Auebereichen der großen Flüsse und Ströme mit mächtigen, nährstoffreichen Aueböden; artenreiche Baum- und Strauchschicht; Krautschicht aus anspruchvollen Arten (Basen- und Nährstoffzeiger); vielschichtiger Aufbau und relativ hoher Lianenreichtum.
Tideauenwälder
[Rote Liste: 1 (von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Sonderausbildungen von Auenwäldern an Flussunterläufen mit Tide- und teilweise Brackwassereinfluss (Ästuar); die typischen Überstauungen werden hier regelmäßig durch Gezeitenhochwässer verursacht und können je nach Abstand zur Mittelwasserlinie täglich oder mit mehrtägigem Zwischenintervallen stattfinden; in Deutschland kommen nur noch Reliktbestände an Elbe, Weser und Ems vor, die teilweise auch im Bereich des Süßwasserwatts liegen.
Eichenwald feuchter bis frischer Standorte
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Von Stieleiche und Traubeneiche dominierte Eichenmischwälder (mit Birken, z.T. Buchen und Kiefern) auf nährstoff- und basenarmen Sandböden; Hauptvorkommen im norddeutschen Flachland.
Feldgehölze mit überwiegend autochthonen Arten
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Feldgehölze weisen im Gegensatz zu Gebüschen eine Schichtung in Baum- und Strauchschicht auf und erreichen deshalb eine größere Höhe (i.d.R. > 5 m). Aufgrund ihrer Lage inmitten zumeist intensiv genutzer Agrarflächen sind vielfach von dort ausgehende Störungen (z.B. Viehtritt, -verbiss, Nährstoffeintrag) festzustellen. Oft handelt es sich um Rudimente von sehr unterschiedlichen Waldbiotopen (43. und 44.).
Feldgehölz nasser bis feuchter Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Feldgehölz vernässter Bereiche innerhalb agrarisch genutzter Flächen, z.B. mit Alnus glutinosa (Schwarzerle), Fraxinus excelsior (Esche), Quercus robur (Stieleiche), Ulmus spp. (Ulme).
Feldgehölz frischer Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Feldgehölz frischer Standorte, z.B. mit Quercus robur (Stieleiche), Acer pseudoplatanus (Bergahorn), Fagus sylvatica (Rotbuche).
Laubbaum der offenen Landschaft (ohne Obst- und Nussbäume)
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Solitär stehender, meist angepflanzter einzelner Laubbaum in der offenen Landschaft; teilweise an historisch oder kulturell bedeutsamen Stellen, z.B. Linden (Tilia spp.) oder Eichen (Quercus spp.); auch als typisch tief beastete "Weidbäume" aus extensiv bewirtschafteten Kulturlandschaften bekannt.
Birken-Stieleichen-Trockenwald auf Sand
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Von Birken (Betula pendula) und Stieleichen (Quercus robur) dominierte Wälder an trockenen Standorten auf sandigen Böden; überwiegend im Norddeutschen Tiefland.
Hartholz-Tideauenwald
[Rote Liste: 2 (stark gefährdet)]
Hartholzauenwald im Tideeinfluss; entferntere Lage zur Mittelwasserlinie mit selteneren Überstauungen; insgesamt selten, größter aktueller Bestand an der Unterweser, Fragmente an der Unterelbe. In der Baumschicht treten Harthölzer wie Stieleiche (Quercus robur) und Esche (Fraxinus excelsior) zu Weichhölzern wie Hängebirke (Betula pendula) oder Espe (Populus tremula) hinzu.
Weißseggen-Eichen-Winterlindenwald
[Rote Liste: 2 (stark gefährdet)]
Bindung an Wald
  • ALPEN: Baumschicht
  • BERGLAND: Baumschicht
  • TIEFLAND: Baumschicht
Hemerobie (menschlicher Einfluss) m: mesohemerob - o: oligohemerob mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) mäßig urbanophob Art kommt vorwiegend außerhalb menschlicher Siedlungen vor. BF1
Ökologischer Strategietyp c (Konkurrenz-Strategen) Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. BF1

Verwandte Taxa ähnlichen Umfangs, denen ggf. Eigenschaften zugeordnet wurden:

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Quercus robur L..
  • Name in Ellenberg/Weber: Quercus robur.
  • Name in BiolFlor: Quercus robur.