Gentiana acaulis L. (Kiesel-Glocken-Enzian)

Lebensraum und Ökologie

Standort Subalp. bis alp. frische Magerrasen, kalkmeidend R2616
Ökologische Zeigerwerte L8 T2 K4 R2 F5- N2 S0 M- E1
Lichtzahl 8 Halblicht- bis Volllichtpflanze: Lichtpflanze, nur ausnahmsweise bei weniger als 40 % r. B.
Temperaturzahl 2 Kälte- bis Kühlezeiger: zwischen 1 und 3 stehend (viele alpine Arten)
Kontinentalitätszahl 4 subozeanisch: Schwergewicht in Mitteleuropa, z. T. auch in Osteuropa
Reaktionszahl 2 Starksäure- bis Säurezeiger: zwischen 1 und 3 stehend
Feuchtezahl 5 Frischezeiger: Schwergewicht auf mittelfeuchten Böden
Feuchtewechsel - keine Angabe zum Feuchtewechseltyp
Stickstoffzahl 2 Extremer Stickstoff- bis Stickstoffarmutzeiger: zwischen 1 und 3 stehend
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: Rasen, Fels- und Geröllfluren des Hochgebirges
  • Hauptvorkommen: Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Verband: Nardion Br.-Bl. in Br.-Bl. et Jenny 1926
Hauptvorkommen in Verband: Salicion herbaceae Br.-Bl. in Br.-Bl. et Jenny 1926
Hauptvorkommen in Verband: Caricion curvulae Br.-Bl. 1925 (subalpe Ausbildungen)
Biotoptyp Borstgrasrasen trockener bis frischer Standorte in höheren Lagen
[Rote Liste: 1! (akut von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Borstgrasrasen trockener bis frischer Standorte der Hochlagen (montane bis hochmontane Stufe) der silikatischen Mittelgebirge, reich an Glazialrelikten; besondere regionale Ausbildungen im Harz, Bayerischen Wald und Schwarzwald.
Borstgrasrasen der subalpinen bis alpinen Stufe
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Magerer, intensiv beweideter Rasen auf kalkarmen Lehmböden; in der oberen alpinen Stufe Übergänge zu den natürlichen Rasen (Urwiesen); meist jedoch sekundäres Grünland; in der subalpinen und alpinen Stufe der Alpen und des Hochschwarzwaldes.
Bindung an Wald keine Bindung an Wald oder Taxon nicht bewertet
Hemerobie (menschlicher Einfluss) a: ahemerob - o: oligohemerob ahemerob: Arten der Fels-, Moor- sowie Tundrenregionen in manchen Teilen Europas; in Mitteleuropa nur Teile des Hochgebirges - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) urbanophob Art wächst ausschließlich außerhalb menschlicher Siedlungen. BF1
Ökologischer Strategietyp csr (Konkurrenz-Stress-Ruderal-Strategen) Intermediärer Typ, oft Rosettenpflanzen oder kleinwüchsige, ausdauernde Arten, die räumlich-zeitliche Nischen gut nutzen können und meist nur eine mittlere Lebensdauer aufweisen. BF1

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Gentiana acaulis L. s. str..
  • Name in Ellenberg/Weber: Gentiana acaulis (kochiana).
  • Name in BiolFlor: Gentiana acaulis.