Carex hirta L. (Behaarte Segge)

Lebensraum und Ökologie

Standort Mäßig frische bis wechselfeuchte, oft gestörte Wiesen u. Weiden, Rud.: Wegränder, Böschungen; Waldschläge, Gebüsche, nährstoffanspruchsvoll R1233
Ökologische Zeigerwerte L7 T6 K3 Rx F6w N5 S0 M- E1
Lichtzahl 7 Halblichtpflanze: meist bei vollem Licht, aber auch im Schatten bis etwa 30 % r. B.
Temperaturzahl 6 Mäßigwärme- bis Wärmezeiger: zwischen 5 und 7 stehend (planar bis collin)
Kontinentalitätszahl 3 ozeanisch bis subozeanisch: zwischen 2 und 4 stehend (in großen Teilen Mitteleuropas vorkommend)
Reaktionszahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Feuchtezahl 6 Frische- bis Feuchtezeiger: zwischen 5 und 7 stehend
Feuchtewechsel w Zeiger für starke Feuchtewechsel
Stickstoffzahl 5 Mäßigstickstoffzeiger: mäßig N-reiche Standorte anzeigend, seltener auf N-armen und N-reichen
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: halbruderale Queckenrasen trockenwarmer Standorte
  • Hauptvorkommen: Kriech- und Trittrasen
  • Nebenvorkommen: nährstoffreiche Stauden- und ausdauernde Unkrautfluren
  • Nebenvorkommen: Trocken- und Halbtrockenrasen
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Ordnung: Agrostietalia stoloniferae Oberd. in Oberd. et al. 1967
Biotoptyp Brackwasserbeeinflusstes Grünland der Nordseeküste und der Ästuare
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Meist bewirtschaftetes, brackwasserbeeinflusstes (Außendeichs-)Grünland im Tideeinfluss der Ästuare oder in neu eingedeichten, noch vom Salzwasser beeinflussten Kögen. Letzteres unterliegt ständiger Aussüßung und entwickelt sich meist zu intensiv genutztem Grünland (vgl. 34.08.01 und 35.02.06) oder wird in Ackernutzung überführt (vgl. 33.).
Brackwasserbeeinflusstes Grünland der Nordseeküste
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Brackwasserbeeinflusstes Grünland der (Nordsee-)Ästuare
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Flutrasen
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Von ausläuferbildenden Pflanzenarten ("Kriechrasen": Agrostis stolonifera, Alopecurus geniculatus) beherrschte, meist verdichtete und episodisch vernässte Standorte; primär in tonig-lehmigen Vertiefungen Flutmulden) oder episodisch überfluteten Teilbereichen in den Stromtälern, sekundär auch infolge Tritt und Bodenverdichtung an Viehtränken, beweideten Ufern von Seen und Weihern; bei stärkerer Belastung Übergang zu Biotoptyp 34.09.04. (Trittrasen).
Bindung an Wald
  • ALPEN: Krautschicht: Schwerpunkt im Offenland, aber auch im Wald
  • BERGLAND: Krautschicht: Schwerpunkt im Offenland, aber auch im Wald
  • TIEFLAND: Krautschicht: Schwerpunkt im Offenland, aber auch im Wald
Hemerobie (menschlicher Einfluss) b: b-euhemerob - c: a-euhemerob - m: mesohemerob - p: polyhemerob b-euhemerob: Arten der Intensivweiden, -wiesen und -forsten sowie reicher Zierrasen - a-euhemerob: Arten der Ackerfluren mit typisch entwickelter Unkrautflora, des Ansaatgrünlandes, armer Zierrasen, der Intensivforste mit kaum entwickelter Krautschicht, Rieselfelder - mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - polyhemerob: Arten der Sonderkulturen (z. B. Obst, Wein und Ackerfruchtfolgen mit stark selektierter Beikrautflora), Abfalldeponien, Abraumhalden, Trümmerschuttflächen (nur der ersten Sukzessionsstadien, dann Übergang zu a-euhemerob), teilversiegelte Flächen (z. B. gepflasterte Wege, geschotterte Gleisanlagen); Biozönose stark dezimiert; Biotop anhaltend stark verändert. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) urbanoneutral keine Bevorzugung siedlungsnaher oder siedlungsferner Standorte. BF1
Ökologischer Strategietyp c (Konkurrenz-Strategen) Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. BF1

Verwandte Taxa ähnlichen Umfangs, denen ggf. Eigenschaften zugeordnet wurden:

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Carex hirta L..
  • Name in Ellenberg/Weber: Carex hirta.
  • Name in BiolFlor: Carex hirta.