Calystegia sepium (L.) R. Br. (Gewöhnliche Zaunwinde)

Lebensraum und Ökologie

Standort (Mäßig) frische bis feuchte Säume von AuenW, -gebüschen u. Hecken, BruchW, Röhrichte, Rud.: Zäune, Gärten, nährstoffanspruchsvoll R1012
Ökologische Zeigerwerte L8 T6 K5 R7 F6- N9 S0 M- E1
Lichtzahl 8 Halblicht- bis Volllichtpflanze: Lichtpflanze, nur ausnahmsweise bei weniger als 40 % r. B.
Temperaturzahl 6 Mäßigwärme- bis Wärmezeiger: zwischen 5 und 7 stehend (planar bis collin)
Kontinentalitätszahl 5 intermediär: schwach subozeanisch bis schwach subkontinental
Reaktionszahl 7 Schwachsäure- bis Schwachbasenzeiger: niemals auf stark sauren Böden
Feuchtezahl 6 Frische- bis Feuchtezeiger: zwischen 5 und 7 stehend
Feuchtewechsel - keine Angabe zum Feuchtewechseltyp
Stickstoffzahl 9 übermäßiger Stickstoffzeiger: an übermäßig N-reichen Standorten konzentriert (Viehlägerpflanze, Verschmutzungszeiger)
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: nährstoffreiche Stauden- und ausdauernde Unkrautfluren
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Ordnung: Convolvuletalia Tx. 1950
Hauptvorkommen in Ordnung: Glechometalia hederaceae Tx. in Tx. et Brun-H. 1975
Hauptvorkommen in Verband: Arction lappae Tx. 1937 em. 1950
Hauptvorkommen in Verband: Salicion albae Soo 1930 em. Moor 1958
Biotoptyp Wald- und Gehölzsäume oligo- bis eutropher, frischer bis nasser Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Wald- und Gehölzsäume nasser bis frischer Standorte mit meist floristisch klar abgegrenzten krautigen Beständen oligo- bis natürlich eutrophen Standortbedingungen; z.B. mit Impatiens noli-tangere (Großes Springkraut), Rumex sanguineus (Hainampfer) in den (halb)schattigen Innensäumen und z.B. Agrimonia eupatoria (Odermenning) und Mittlerem Klee (Trifolium medium) in den Außensäumen, oft zusätzlich windende Arten wie z.B. Vicia und Lathyrus spp. Vorhanden.
Wald- und Gehölzsaum kalkarmer, oligo- bis eutropher, frischer bis nasser Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Auf bodensauren, kalkarmen Standorten meist relativ unauffällige Säume, von Gräsern und Seggen dominiert, teilweise z.B. mit Juncus-Arten, Angelica sylvestris u.a.
Wald- und Gehölzsaum kalkreicher, oligo- bis eutropher, frischer bis nasser Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Meist üppig ausgebildete, von Hochstauden dominierte Staudensäume an Wald- und Gehölzrändern kalk- bzw. basenreicher Standorte, z.B. mit Agrimonia eupatoria (Odermenning), Trifolium medium (Mittlerer Klee), im feuchten Bereich z.B. mit Angelica sylvestris (Waldengelwurz) oder Eupatorium cannabinum (Wasserdost).
Wald- und Gehölzsäume hypertropher Standorte
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Wald- und Gehölzsäume sehr nährstoffreicher (hypertropher), im Regelfall eutrophierter Standorte, z.B. durch Nährstoffeinträge angrenzender landwirtschaftlicher Nutzflächen (Düngereintrag) oder in Naherholungsgebieten.
Wald- und Gehölzsaum hypertropher, frischer bis nasser Standorte
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Eutrophierte bzw. hypertrophe Waldsäume frischer bis nasser Standorte mit meist Reinbeständen von Urtica dioica (Große Brennessel), Aegopodium podagraria (Giersch) oder Arctium-Arten (Klette), ferner oft mit hohen Anteilen von Ruderalarten (Neophytenstaudenfluren siehe unter 39.05). Meist in typischer Kombination mit stickstoffreichen Waldmänteln z.B. Sambucus nigra (Schwarzer Holunder) auftretend.
Krautige Ufersäume oder -fluren an Gewässern
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Von ausdauernden Kräutern (Stauden) geprägte Säume meist an Fließgewässern, seltener auch an stehenden Gewässern. Dazu gehören an besonnten Gewässerufern blütenreiche Bänder entlang von Bächen und Gräben mit z.B. Ranunculus aconitifolius (Eisenhutblättriger Hahnenfuß), Chaerophyllum hirsutum (Behaarter Kälberkopf), Caltha palustris (Sumpfdotterblume) ebenso wie die hochwüchsigen Staudensäume der Flussufer mit Arten wie Senecio fluviatilis (Flussgreiskraut), Conium maculatum (Gefleckter Schierling), oft überzogen von Schleiern windender Arten; (von Neophyten dominierte Uferstaudenfluren vgl. 39.05). An beschatteten Ufern sind die Ufersäume in der Regel unauffälliger und niedrigwüchsig wie z.B. Bänder von Cardamine amara (Bitteres Schaumkraut). Oft im Kontakt zu zeitweilig trockenfallenden Uferbereichen (23.08, 24.08) auf denen sich geschlossene krautige Vegetation annueller Arten (z.B. Chenopodium rubrum [Roter Gänsefuß], Bidens-Arten [Zweizahn]) ansiedeln können.
Brackwasser-Hochstaudenflur der Nordseeküste und der Ästuare
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Hochstaudenflur in Verlandungsbereichen der Küstenseen, im brackwasserbeeinflussten, ungenutzten Grünland, in feuchten Dünentälern oder an Ufern der Ästuare.
Brackwasser-Hochstaudenflur der Nordseeküste
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Brackwasser-Hochstaudenflur der (Nordsee-)Ästuare
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Brackwasser-Hochstaudenfluren der Ostseeküste
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Hochstaudenflur der Ostseeküste im Bereich mit sporadischen Überflutungen; landwärts an den Bereich anschließend, der noch regelmäßig von Wasserstandsschwankungen betroffen ist.
Brackwasser-Hochstaudenflur der Ostseeküste auf überwiegend minerogenen Böden
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Brackwasser-Hochstaudenflur der Ostseeküste auf überwiegend organogenen Böden (Küstenüberflutungsmoore)
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Feuchtes/nasses Dünental mit Röhricht-, Ried- oder Hochstaudenfragmenten
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Bindung an Wald
  • ALPEN: Krautschicht: Schwerpunkt im Offenland, aber auch im Wald
  • BERGLAND: Krautschicht: Schwerpunkt im Offenland, aber auch im Wald
  • TIEFLAND: Krautschicht: Schwerpunkt im Offenland, aber auch im Wald
Hemerobie (menschlicher Einfluss) b: b-euhemerob - m: mesohemerob - o: oligohemerob b-euhemerob: Arten der Intensivweiden, -wiesen und -forsten sowie reicher Zierrasen - mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) urbanoneutral keine Bevorzugung siedlungsnaher oder siedlungsferner Standorte. BF1
Ökologischer Strategietyp c (Konkurrenz-Strategen) Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. BF1

Verwandte Taxa ähnlichen Umfangs, denen ggf. Eigenschaften zugeordnet wurden:

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Calystegia sepium (L.) R. Br..
  • Name in Ellenberg/Weber: Calystegia sepium.
  • Name in BiolFlor: Calystegia sepium.