Agrimonia eupatoria L. (Kleiner Odermennig)

Lebensraum und Ökologie

Standort Trockne bis frische Gebüsch- u. Waldsäume, lichte Gebüsche, Halbtrockenrasen, Böschungen, Rud.: Wegränder, Bahnanlagen, basenhold R99
Ökologische Zeigerwerte L7 T6 K4 R8 F4- N4 S0 M- E1
Lichtzahl 7 Halblichtpflanze: meist bei vollem Licht, aber auch im Schatten bis etwa 30 % r. B.
Temperaturzahl 6 Mäßigwärme- bis Wärmezeiger: zwischen 5 und 7 stehend (planar bis collin)
Kontinentalitätszahl 4 subozeanisch: Schwergewicht in Mitteleuropa, z. T. auch in Osteuropa
Reaktionszahl 8 Schwachsäure-/Schwachbasen- bis Basen- und Kalkzeiger: zwischen 7 und 9 stehend, d. h. meist auf Kalk weisend
Feuchtezahl 4 Trocknis- bis Frischezeiger: zwischen 3 und 5 stehend
Feuchtewechsel - keine Angabe zum Feuchtewechseltyp
Stickstoffzahl 4 Stickstoffarmut- bis Mäßigstickstoffzeiger: zwischen 3 und 5 stehend
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: Laub- und Tannenwälder mittlerer Standorte
  • Hauptvorkommen: Staudensäume trockenwarmer Standorte
  • Nebenvorkommen: Trocken- und Halbtrockenrasen
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Assoziation: Trifolio-Agrimonietum eupatorii Th. Müll. 1962
Hauptvorkommen in Verband: Mesobromion erecti Br.-Bl. et Moor 1938 em. Oberd. 1957
Hauptvorkommen in Verband: Cirsio-Brachypodion Had. et Klika 1944
Hauptvorkommen in Ordnung: Prunetalia Tx. 1952
Biotoptyp Submediterraner Halbtrockenrasen auf karbonatischem oder sonstigem basenreichen Boden, brachgefallen bzw. ungenutzt
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Je nach Ausgangssituation entstehen artenarme Fazies von Brachypodium pinnatum (Fiederzwenke) oder durch Einwanderung von Saumarten der Trifolio-Geranietea arten- und blütenreiche Brachestadien. Die Verbuschung dauert je nach Trockenheit des Standortes mehr oder weniger lange.
Wald- und Gehölzsäume oligo- bis eutropher, trocken-warmer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Aufgrund der lichten Bestandsstruktur von Wäldern trocken-warmer Standorte oft floristisch der Waldbodenvegetation sehr nahestehende Säume mit blütenreicher und meist dichter Vegetation mit thermophilen Arten, wie z.B. Peucedanum cervaria (Hirsch-Haarstrang), Geranium sanguineum (Blutroter Storchschnabel), Thalictrum minus (Kleine Wiesenraute) oder Trifolium rubens (Purpurklee). Häufig in Südexposition auf flachgründigen Standorten, natürlich an der Trockengrenze der Wälder oder im sekundären Kontakt zu Halbtrockenrasen ("Steppenheide"-komplex).
Wald- und Gehölzsaum kalkreicher, oligo- bis eutropher, trocken-warmer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Wald- und Gehölzsäume auf kalkreichen trockenwarmen Standorten mit Schwerpunkt in der collinen bis submontanen Stufe der Kalkgebirgszüge (Schwäbische und Fränkische Alb, Kyffhäuser etc.) in besonders wärmebegünstigter Lage, z.B. in Südexposition. Oft im Kontakt zu Kalktrocken- und Halbtrockenrasen am Rande von trockenwarmen Eichen- und Buchenwäldern auf Kalkgesteinen.
Wald- und Gehölzsäume oligo- bis eutropher, frischer bis nasser Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Wald- und Gehölzsäume nasser bis frischer Standorte mit meist floristisch klar abgegrenzten krautigen Beständen oligo- bis natürlich eutrophen Standortbedingungen; z.B. mit Impatiens noli-tangere (Großes Springkraut), Rumex sanguineus (Hainampfer) in den (halb)schattigen Innensäumen und z.B. Agrimonia eupatoria (Odermenning) und Mittlerem Klee (Trifolium medium) in den Außensäumen, oft zusätzlich windende Arten wie z.B. Vicia und Lathyrus spp. Vorhanden.
Wald- und Gehölzsaum kalkreicher, oligo- bis eutropher, frischer bis nasser Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Meist üppig ausgebildete, von Hochstauden dominierte Staudensäume an Wald- und Gehölzrändern kalk- bzw. basenreicher Standorte, z.B. mit Agrimonia eupatoria (Odermenning), Trifolium medium (Mittlerer Klee), im feuchten Bereich z.B. mit Angelica sylvestris (Waldengelwurz) oder Eupatorium cannabinum (Wasserdost).
Krautige und grasige Säume und Fluren oligo- bis eutropher, trocken-warmer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Krautiger oder grasiger Saum oder Flur kalkreicher, oligo- bis eutropher, trocken-warmer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Krautige und grasige Säume und Fluren oligo- bis eutropher, frischer bis nasser Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Krautiger oder grasiger Saum oder Flur kalkreicher, oligo- bis eutropher, frischer bis nasser Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Bindung an Wald
  • ALPEN: Krautschicht: Schwerpunkt im Offenland, aber auch im Wald
  • BERGLAND: Krautschicht: Schwerpunkt im Offenland, aber auch im Wald
  • TIEFLAND: Krautschicht: Schwerpunkt im Offenland, aber auch im Wald
Hemerobie (menschlicher Einfluss) m: mesohemerob - o: oligohemerob mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) mäßig urbanophob Art kommt vorwiegend außerhalb menschlicher Siedlungen vor. BF1
Ökologischer Strategietyp c (Konkurrenz-Strategen) Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. BF1

Verwandte Taxa ähnlichen Umfangs, denen ggf. Eigenschaften zugeordnet wurden:

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Agrimonia eupatoria L..
  • Name in Ellenberg/Weber: Agrimonia eupatoria.
  • Name in BiolFlor: Agrimonia eupatoria.