Atropa bella-donna L. (Echte Tollkirsche)

Lebensraum und Ökologie

Standort Mäßig frische bis frische Waldschläge u. -lichtungen, Waldwege, nährstoffanspruchsvoll, basenhold R772
Ökologische Zeigerwerte L6 Tx K2 R8 F5- N8 S0 M- E1
Lichtzahl 6 Halbschatten- bis Halblichtpflanze: zwischen 5 und 7 stehend, selten bei weniger als 20 % r. B.
Temperaturzahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Kontinentalitätszahl 2 ozeanisch: Schwergewicht in Westeuropa und im westlichen Mitteleuropa
Reaktionszahl 8 Schwachsäure-/Schwachbasen- bis Basen- und Kalkzeiger: zwischen 7 und 9 stehend, d. h. meist auf Kalk weisend
Feuchtezahl 5 Frischezeiger: Schwergewicht auf mittelfeuchten Böden
Feuchtewechsel - keine Angabe zum Feuchtewechseltyp
Stickstoffzahl 8 ausgesprochener Stickstoffzeiger: zwischen 7 und 9 stehend
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: nährstoffreiche Stauden- und ausdauernde Unkrautfluren
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Assoziation: Atropetum belladonnae Br.-Bl. 1930 em. Tx. 1937
Nebenvorkommen in Ordnung: Atropetalia Vlieg. 1937 (Epilobietalia angustifolii Tx. 1950)
Biotoptyp Kahlschlag und Flur der Lichtungen auf kalkreichem Standort
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Kahlschläge und Lichtungen auf basenreichen oder kalkreichen Standorten mit zumeist sehr artenreicher Hochstaudenvegetation z.B. mit Atropa bella-donna (Tollkirsche), Eupatorium cannabinum (Wasserdost), Cirsium-Arten (Kratzdisteln). Oft folgen dann langlebige von Gräsern oder Seggen (z.B. Carex brizoides) und Binsen (Juncus-Arten) dominierte Sukzessionsphasen.
Wald- und Gehölzsaum kalkreicher, oligo- bis eutropher, frischer bis nasser Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Meist üppig ausgebildete, von Hochstauden dominierte Staudensäume an Wald- und Gehölzrändern kalk- bzw. basenreicher Standorte, z.B. mit Agrimonia eupatoria (Odermenning), Trifolium medium (Mittlerer Klee), im feuchten Bereich z.B. mit Angelica sylvestris (Waldengelwurz) oder Eupatorium cannabinum (Wasserdost).
Bindung an Wald
  • ALPEN: Krautschicht: Weitgehend an Wald gebunden: an Waldrändern und Waldlichtungen
  • BERGLAND: Krautschicht: Weitgehend an Wald gebunden: an Waldrändern und Waldlichtungen
  • TIEFLAND: Krautschicht: Weitgehend an Wald gebunden: an Waldrändern und Waldlichtungen
Hemerobie (menschlicher Einfluss) m: mesohemerob mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) urbanophob Art wächst ausschließlich außerhalb menschlicher Siedlungen. BF1
Ökologischer Strategietyp cr (Konkurrenz-Ruderal-Strategen) Übergangstyp zwischen Konkurrenz- und Ruderal-Strategen. BF1

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Atropa bella-donna L..
  • Name in Ellenberg/Weber: Atropa bella-donna.
  • Name in BiolFlor: Atropa bella-donna.