Artemisia vulgaris L. (Gewöhnlicher Beifuß)

Lebensraum und Ökologie

Standort Frische bis feuchte Rud., Ufer, Gebüsche, Äcker, rud. Wiesen, Brachen, nährstoffanspruchsvoll R618
Ökologische Zeigerwerte L7 T6 Kx Rx F6- N8 S0 M- E1
Lichtzahl 7 Halblichtpflanze: meist bei vollem Licht, aber auch im Schatten bis etwa 30 % r. B.
Temperaturzahl 6 Mäßigwärme- bis Wärmezeiger: zwischen 5 und 7 stehend (planar bis collin)
Kontinentalitätszahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Reaktionszahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Feuchtezahl 6 Frische- bis Feuchtezeiger: zwischen 5 und 7 stehend
Feuchtewechsel - keine Angabe zum Feuchtewechseltyp
Stickstoffzahl 8 ausgesprochener Stickstoffzeiger: zwischen 7 und 9 stehend
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Nebenvorkommen: halbruderale Queckenrasen trockenwarmer Standorte
  • Hauptvorkommen: nährstoffreiche Stauden- und ausdauernde Unkrautfluren
  • Hauptvorkommen: nährstoffreiche Stauden- und ausdauernde Unkrautfluren
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Klasse: Artemisietea Lohm., Prsg. et Tx. in Tx. 50
Schwerpunktvorkommen in Unterklasse: Artemisienea vulgaris Th. Müll. in Oberd. 1983
Biotoptyp Gleiskörper
[Rote Liste: # (Gefährdungseinstufung nicht sinnvoll)]
Krautige und grasige Säume und Fluren der offenen Landschaft hypertropher Standorte
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Überwiegend von krautigen Pflanzen aufgebaute Säume und Fluren an Weg-, Wiesen- und Ackerrändern in der offenen Landschaft an sehr nährstoffreichen (hypertrophen), meist eutrophierten Standorten, z.B. im Umfeld von Siedlungen, infolge Gülleausbringung. Häufig arten- oder blütenreiche Restbestände ehemaliger Wald- oder Heckensäume oder ehemaliger, meist viel breiterer Raine extensiv bewirtschafteter Grünland- oder Ackerflächen. Oft mit hohen Anteilen von Stickstoffzeigern, Störzeigern und Ruderalarten in der Vegetation.
Ruderalstandorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Ruderalstandorte sind zivilisationsbedingte Standorte auf stark gestörten, i.d.R. umgelagerten (Roh)böden, wie z.B. Schutt (lat. rudus), Trümmer, Industriebrachen, Boden- und Gesteinsentnahmestellen oder (Zwischen)lager wie Kies-, Lehm- und Tongruben etc. mit meist hohem Stickstoffangebot; hierunter fallen nur mit Vegetation bestandene Flächen, vegetationsfreie sind unter 32.07 bis 32.10 einzuordnen. Auch aus älteren Ackerbrachen entwickelte Ruderalstandorte sind hier einzuordnen (vgl. 33. ff.).
Trocken-warme Ruderalstandorte auf bindigem Boden
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Feinerdereiche trocken-warme meist durch dichte krautige, hochwüchsige Vegetation gekennzeichnete Ruderalstandorte mit z.B. Picris hieracioides (Gewöhnliches Bitterkraut), Tanacetum vulgare (Rainfarn); die Standortbedingungen sind häufig ausgesprochen wechseltrocken mit starken Austrocknungsphasen.
Junge, sich selbst überlassene oder in Aufschüttung befindliche Schutthalde aus Karbonatgestein
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Kreide-Felsküste (Ostsee)
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Steilküste aus Kreidefelsen (Rügen). Aufgrund des weichen Gesteins durch Bäche oft tief zerklüftet und mit kleinflächigen bandartigen Hangquellaustritten am Fuße (22.), thermophilen Gebüschen (41.01.05) und z.T. orchideenreichen Vorwaldstadien (42.03.03).
Moränensteilküsten der Ostsee
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Angeschnittene Moränenhügel an der Ostseeküste; es werden aktive, derzeit noch in Erosion befindliche Steilwände von inaktiven, nicht mehr der Erosion ausgesetzten Abbruchkanten unterschieden.
Wald- und Gehölzsaum hypertropher, trocken-warmer Standorte
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Eutrophierter bzw. hypertropher Waldsaum trocken-warmer Standorte, z.B. mit Alliaria petiolata (Knoblauchrauke), Urtica dioica (Große Brennessel) oder Chaerophyllum temulum (Hecken-Kälberkropf); oft im Kontakt zu Robinie (Robinia pseudacacia) infolge Stickstofffixierung in Rebbaugebieten, oder durch Eutrophierung aus trocken-warmen oligo- bis mesotrophen Innen- und Außensäumen z.B. in Naherholungswäldern oder städtischen Wäldern entstanden. Ruderalarten wie z.B. Artemisia vulgaris (Gewöhnlicher Beifuß) können beigemischt sein.
Frische bis nasse Ruderalstandorte
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Frische bis nasse Ruderalstandorte auf schweren tonigen Böden oder infolge wechselnasser Bedingungen mit niedriger lückiger Vegetation, meist jedoch mit ausgesprochen dichter üppiger Krautschicht mit zahlreichen Stickstoffzeigern; typisch sind z.B. Artemisia vulgaris (Beifuß), Chenopodium album (Weißer Gänsefuß), Urtica dioica (Große Brennessel). In Städten und Dörfern kleinflächig auftretende Ruderalstandorte sind unter 51.02 gefasst.
Bindung an Wald keine Bindung an Wald oder Taxon nicht bewertet
Hemerobie (menschlicher Einfluss) b: b-euhemerob - c: a-euhemerob - m: mesohemerob b-euhemerob: Arten der Intensivweiden, -wiesen und -forsten sowie reicher Zierrasen - a-euhemerob: Arten der Ackerfluren mit typisch entwickelter Unkrautflora, des Ansaatgrünlandes, armer Zierrasen, der Intensivforste mit kaum entwickelter Krautschicht, Rieselfelder - mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) mäßig urbanophil Art wächst vorwiegend in menschlichen Siedlungen. BF1
Ökologischer Strategietyp c (Konkurrenz-Strategen) Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. BF1

Verwandte Taxa ähnlichen Umfangs, denen ggf. Eigenschaften zugeordnet wurden:

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Artemisia vulgaris L..
  • Name in Ellenberg/Weber: Artemisia vulgaris.
  • Name in BiolFlor: Artemisia vulgaris.