Sisymbrium officinale (L.) Scop. (Wege-Rauke)
Lebensraum und Ökologie
| Standort | Stickstoffreiche Äcker: bes. Hackkulturen, Gärten, frische bis mäßig trockne Rud., Ufer, basenhold | R5648 | |
| Ökologische Zeigerwerte | L8 T6 K5 Rx F4- N7 S0 M- | E1 | |
| Lichtzahl | 8 | Halblicht- bis Volllichtpflanze: Lichtpflanze, nur ausnahmsweise bei weniger als 40 % r. B. | |
| Temperaturzahl | 6 | Mäßigwärme- bis Wärmezeiger: zwischen 5 und 7 stehend (planar bis collin) | |
| Kontinentalitätszahl | 5 | intermediär: schwach subozeanisch bis schwach subkontinental | |
| Reaktionszahl | x | indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden | |
| Feuchtezahl | 4 | Trocknis- bis Frischezeiger: zwischen 3 und 5 stehend | |
| Feuchtewechsel | - | keine Angabe zum Feuchtewechseltyp | |
| Stickstoffzahl | 7 | Stickstoffreichtumzeiger: an N-reichen Standorten häufiger als auf mittelmäßigen, nur ausnahmsweise auf N-ärmeren Standorten | |
| Salzzahl | 0 | nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!) | |
| Schwermetallresistenz | - | nicht schwermetallresistent | |
| Formation |
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| Bindung an Pflanzengesellschaften | Kennart in Verband: Sisymbrion Tx. et al. in Tx. 1950 | ||
| Hauptvorkommen in Verband: Arction lappae Tx. 1937 em. 1950 | |||
| Hauptvorkommen in Verband: Polygonion avicularis Br.-Bl. 1931 ex Aich. 1933 | |||
| Biotoptyp |
Kleine Freifläche mit dörflicher Ruderalvegetation [Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)] |
Meist stark anthropogen überformte kleine Fläche mit starker Nährstoffanreicherung und typischer Ruderalvegetation (z.B. mit Chenopodium bonus-henricus, Ballota nigra, Lamium album); heute nur noch selten z.B. an Mauerfüßen, Misthaufenrändern, Hausecken vorwiegend in traditionell erhaltenen, dörflichen Siedlungen. | |
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Gleiskörper [Rote Liste: # (Gefährdungseinstufung nicht sinnvoll)] |
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Ruderalstandorte [Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)] |
Ruderalstandorte sind zivilisationsbedingte Standorte auf stark gestörten, i.d.R. umgelagerten (Roh)böden, wie z.B. Schutt (lat. rudus), Trümmer, Industriebrachen, Boden- und Gesteinsentnahmestellen oder (Zwischen)lager wie Kies-, Lehm- und Tongruben etc. mit meist hohem Stickstoffangebot; hierunter fallen nur mit Vegetation bestandene Flächen, vegetationsfreie sind unter 32.07 bis 32.10 einzuordnen. Auch aus älteren Ackerbrachen entwickelte Ruderalstandorte sind hier einzuordnen (vgl. 33. ff.). | ||
| Bindung an Wald | keine Bindung an Wald oder Taxon nicht bewertet | ||
| Hemerobie (menschlicher Einfluss) | b: b-euhemerob - c: a-euhemerob - p: polyhemerob | b-euhemerob: Arten der Intensivweiden, -wiesen und -forsten sowie reicher Zierrasen - a-euhemerob: Arten der Ackerfluren mit typisch entwickelter Unkrautflora, des Ansaatgrünlandes, armer Zierrasen, der Intensivforste mit kaum entwickelter Krautschicht, Rieselfelder - polyhemerob: Arten der Sonderkulturen (z. B. Obst, Wein und Ackerfruchtfolgen mit stark selektierter Beikrautflora), Abfalldeponien, Abraumhalden, Trümmerschuttflächen (nur der ersten Sukzessionsstadien, dann Übergang zu a-euhemerob), teilversiegelte Flächen (z. B. gepflasterte Wege, geschotterte Gleisanlagen); Biozönose stark dezimiert; Biotop anhaltend stark verändert. | BF1 |
| Urbanität (Bindung an Siedlungen) | urbanoneutral | keine Bevorzugung siedlungsnaher oder siedlungsferner Standorte. | BF1 |
| Ökologischer Strategietyp | cr (Konkurrenz-Ruderal-Strategen) | Übergangstyp zwischen Konkurrenz- und Ruderal-Strategen. | BF1 |
Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.
Namen in den Ursprungspublikationen:- Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Sisymbrium officinale (L.) Scop..
- Name in Ellenberg/Weber: Sisymbrium officinale.
- Name in BiolFlor: Sisymbrium officinale.
