Sambucus racemosa L. (Roter Holunder)

Lebensraum und Ökologie

Standort Frische Waldschläge u. Verlichtungen, NadelW u. -forste, Steinschutthalden, mäßig nährstoffanspruchsvoll R5228
Ökologische Zeigerwerte L6 T4 K4 R5 F5- N8 S0 M- E1
Lichtzahl 6 Halbschatten- bis Halblichtpflanze: zwischen 5 und 7 stehend, selten bei weniger als 20 % r. B.
Temperaturzahl 4 Kühle- bis Mäßigwärmezeiger: zwischen 3 und 5 stehend (v. a. hochmontane und montane Arten)
Kontinentalitätszahl 4 subozeanisch: Schwergewicht in Mitteleuropa, z. T. auch in Osteuropa
Reaktionszahl 5 Mäßigsäurezeiger: auf stark sauren wie auf neutralen bis alkalischen Böden selten
Feuchtezahl 5 Frischezeiger: Schwergewicht auf mittelfeuchten Böden
Feuchtewechsel - keine Angabe zum Feuchtewechseltyp
Stickstoffzahl 8 ausgesprochener Stickstoffzeiger: zwischen 7 und 9 stehend
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: Laub- und Nadelwälder saurer, nährstoffarmer Böden
  • Hauptvorkommen: Laub- und Tannenwälder mittlerer Standorte
  • Hauptvorkommen: nährstoffreiche Stauden- und ausdauernde Unkrautfluren
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Assoziation: Sambucetum racemosae (Noirf. in Lebr. et al. 1949) Oberd. 1973
Hauptvorkommen in Ordnung: Prunetalia Tx. 1952 (montane Ausbildungen)
Biotoptyp Subalpiner (hochmontaner) Bergahorn-Buchenwald
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Mischwald mit Buche (Fagus sylvatica), Bergahorn (Acer pseudoplatanus) und Fichte (Picea abies) auf schutt- und felsdurchsetzten Standorten, meist gut durchfeuchtet; in den Alpen bis an die Waldgrenze heranreichend; hochstaudenreich; oft totholzreich infolge schwieriger forstlicher Nutzung; die Bäume weisen oftmals den durch rutschige Schneelagen bedingten "Säbelwuchs" auf.
Gebüsch stickstoffreicher, ruderaler Standorte
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Gebüsche auf stickstoffreichen bzw. mit Stickstoff überversorgten Standorten mit zumeist artenarmen Beständen raschwüchsiger Sträucher, z.B. mit Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) oder Roter Holunder (Sambucus racemosa).
Waldmantel frischer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Waldmantel mit z.B. Hartriegel (Cornus sanguinea), Hasel (Corylus avellana) oder Schlehe (Prunus spinosa) an Waldrändern frischer Standorte.
Waldmantel stickstoffreicher, ruderaler Standorte
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Waldmantel mit z.B. Schwarzem Holunder (Sambucus nigra) und Brennnessel (Urtica dioica) in der Krautschicht an stickstoffreichen, ruderalen Standorten.
Bindung an Wald
  • ALPEN: Strauchschicht: Weitgehend an Wald gebunden: an Waldrändern und Waldlichtungen
  • BERGLAND: Strauchschicht: Im Wald wie im Offenland
  • TIEFLAND: Strauchschicht: Im Wald wie im Offenland
Hemerobie (menschlicher Einfluss) b: b-euhemerob - m: mesohemerob b-euhemerob: Arten der Intensivweiden, -wiesen und -forsten sowie reicher Zierrasen - mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) mäßig urbanophob Art kommt vorwiegend außerhalb menschlicher Siedlungen vor. BF1
Ökologischer Strategietyp c (Konkurrenz-Strategen) Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. BF1

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Sambucus racemosa L..
  • Name in Ellenberg/Weber: Sambucus racemosa.
  • Name in BiolFlor: Sambucus racemosa.