Salix alba L., nom. cons. (Silber-Weide)
Lebensraum und Ökologie
| Standort | Wechselfeuchte bis nasse, zeitweilig auch länger überflutete Weichholzauen der Stromtäler, an Fluss-, Bach- u. Seeufern, kalkhold, nährstoffanspruchsvoll | R5146 | |
| Ökologische Zeigerwerte | L5 T6 K6 R8 F8u N7 S0 M- | E1 | |
| Lichtzahl | 5 | Halbschattenpflanze: nur ausnahmsweise im vollen Licht, meist aber bei mehr als 10 % r. B. | |
| Temperaturzahl | 6 | Mäßigwärme- bis Wärmezeiger: zwischen 5 und 7 stehend (planar bis collin) | |
| Kontinentalitätszahl | 6 | subkontinental: Schwergewicht im östlichen Mitteleuropa und Osteuropa | |
| Reaktionszahl | 8 | Schwachsäure-/Schwachbasen- bis Basen- und Kalkzeiger: zwischen 7 und 9 stehend, d. h. meist auf Kalk weisend | |
| Feuchtezahl | 8 | Feuchte- bis Nässezeiger: zwischen 7 und 9 stehend | |
| Feuchtewechsel | u | Überschwemmungszeiger | |
| Stickstoffzahl | 7 | Stickstoffreichtumzeiger: an N-reichen Standorten häufiger als auf mittelmäßigen, nur ausnahmsweise auf N-ärmeren Standorten | |
| Salzzahl | 0 | nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!) | |
| Schwermetallresistenz | - | nicht schwermetallresistent | |
| Formation |
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| Bindung an Pflanzengesellschaften | Kennart in Assoziation: Salicetum albae Issl. 1926 | ||
| Biotoptyp |
Weichholz-Tideauenwald [Rote Liste: 1 (von vollständiger Vernichtung bedroht)] |
Weicholzauenwald im Tideeinfluss; mittelwassernahe Lage mit häufigen Überstauungen. | |
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(Weiden-)Gebüsch in Auen [Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)] |
Gebüsche schmalblättriger Weiden (z.B. Salix triandra, Salix viminalis, Salix purpurea, Salix x rubens) in Flussauen auf meist regelmäßig überfluteten Standorten; häufig als Ersatzbiotope von Auwäldern. | ||
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Waldmantel nasser bis feuchter Standorte [Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)] |
Waldmantel mit z.B. Lavendelweide (Salix eleagnos) oder Faulbaum (Frangula alnus) an Waldrändern im Übergang zu Mooren, Fließgewässern oder sonstigen feuchten bis nassen Standorten. | ||
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Vorwald nasser bis feuchter Standorte [Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)] |
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Weichholzauenwälder [Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)] |
Auenwald an Flüssen und Strömen des Tief- und Berglandes mit natürlicherweise regelmäßigen, längerfristigen Überflutungen; zumeist auf kiesig-sandigen, aufgrund der Sedimentation von Schwebstoffen bei Überflutungen nährstoffreichen Standorten mit starken Wasserstandsschwankungen; natürlicherweise sind in der Baumschicht überwiegend schmalblättrige Weiden (Silberweide [Salix alba], Bruchweide [Salix fragilis] und deren Bastarde) und nur vereinzelt Schwarzpappel (Populus nigra) vertreten. | ||
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Tideauenwälder [Rote Liste: 1 (von vollständiger Vernichtung bedroht)] |
Sonderausbildungen von Auenwäldern an Flussunterläufen mit Tide- und teilweise Brackwassereinfluss (Ästuar); die typischen Überstauungen werden hier regelmäßig durch Gezeitenhochwässer verursacht und können je nach Abstand zur Mittelwasserlinie täglich oder mit mehrtägigem Zwischenintervallen stattfinden; in Deutschland kommen nur noch Reliktbestände an Elbe, Weser und Ems vor, die teilweise auch im Bereich des Süßwasserwatts liegen. | ||
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Kopfbaum [Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)] |
Solitär oder in lockeren Gruppen bzw. Reihen stehende Baumweiden (v.a. Salix alba, Salix fragilis) oder seltener Pappeln, Eschen, Hainbuchen, Ahorn, Linde, Buche, Erle oder Eiche, die in regelmäßigen Abständen zur traditionellen Reisig- oder Laubstreugewinnung auf-den-Kopf-gesetzt oder geschneitelt werden. Diese Verfahren werden heute überwiegend nur im Rahmen entsprechender Pflegemaßnahmen aufrechterhalten. Durch die regelmäßigen Baumschnitte bilden sich vielfältige Strukturen (Höhlungen, grobe Borke, Totholzbereiche) an den Bäumen aus, welche wertvolle Lebensräume für seltene Epiphyten, Pilze, Farne, Flechten, Moose und Fauna (z.B. Höhlenbrüter, Käfer) bieten. | ||
| Bindung an Wald |
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| Hemerobie (menschlicher Einfluss) | b: b-euhemerob - m: mesohemerob - o: oligohemerob | b-euhemerob: Arten der Intensivweiden, -wiesen und -forsten sowie reicher Zierrasen - mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. | BF1 |
| Urbanität (Bindung an Siedlungen) | mäßig urbanophob | Art kommt vorwiegend außerhalb menschlicher Siedlungen vor. | BF1 |
| Ökologischer Strategietyp | c (Konkurrenz-Strategen) | Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. | BF1 |
Verwandte Taxa ähnlichen Umfangs, denen ggf. Eigenschaften zugeordnet wurden:
- Salix alba L., nom. cons.
Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.
Namen in den Ursprungspublikationen:- Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Salix alba L..
- Name in Ellenberg/Weber: Salix alba.
- Name in BiolFlor: Salix alba.
