Alnus glutinosa (L.) Gaertn. (Schwarz-Erle)

Lebensraum und Ökologie

Standort Sicker- bis staunasse, zeitweilig überflutete Auen- u. BruchW, auch bachbegleitend R325
Ökologische Zeigerwerte L5 T5 K3 R6 F9u Nx S1 M- E1
Lichtzahl 5 Halbschattenpflanze: nur ausnahmsweise im vollen Licht, meist aber bei mehr als 10 % r. B.
Temperaturzahl 5 Mäßigwärmezeiger: in tiefen bis in montanen Lagen vorkommend (Schwergewicht in submontan-temperaten Bereichen)
Kontinentalitätszahl 3 ozeanisch bis subozeanisch: zwischen 2 und 4 stehend (in großen Teilen Mitteleuropas vorkommend)
Reaktionszahl 6 Mäßigsäure- bis Schwachsäure-/Schwachbasenzeiger: zwischen 5 und 7 stehend
Feuchtezahl 9 Nässezeiger: Schwergewicht auf oft durchnässten (luftarmen) Böden
Feuchtewechsel u Überschwemmungszeiger
Stickstoffzahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Salzzahl 1 salzertragend: meist auf salzarmen bis salzfreien Böden, gelegentlich auf leicht salzhaltigen Böden (0–0,1 % Cl−)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: Bruch- und Auenwälder
  • Nebenvorkommen: nährstoffarme Moore und Moorwälder
Bindung an Pflanzengesellschaften Schwerpunktvorkommen in Verband: Alnion glutinosae Malc. 1929
Hauptvorkommen in Verband: Alno-Ulmion Br.-Bl. et Tx. 1943 (+/- bodensauere Ausbildungen) (Alno-Padion Knapp 1948)
Biotoptyp Birken- und Birken-Erlenbruchwälder nährstoffärmerer Standorte
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Auf ausgesprochen nährstoffarmen Standorten von Moorbirke (Betula pubescens) dominierte Bruchwälder; bei höheren Nährstoffanteilen tritt die Schwarzerle (Alnus glutinosa) hinzu.
Erlenbruchwälder nährstoffreicherer Standorte
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Bruchwälder nährstoffreicherer Standorte mit Dominanz von Schwarzerle (Alnus glutinosa).
Sumpfwälder (auf mineralogenen Böden)
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Wälder auf dauernassen oder grundwasserzügigen Standorten außerhalb von Auen- bzw. Talniederungen, Mooren und Quellbereichen z.B. in staunassen Mulden und Senken mit im Gegensatz zu Bruchwäldern mineralischen oder allenfalls anmoorigen Böden; in der Baumschicht dominieren Erlen (Alnus glutinosa), Eschen (Fraxinus excelsior), Birken (Betula spp.) oder Weiden (Salix ssp.).
Schwarzerlenwald (an Fließgewässern)
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Bachbegleitende Wälder mit Schwarzerle (Aluns glutinosa), Esche (Fraxinus excelsior), z.T. Bruchweide (Salix fragilis) in der Baumschicht; entlang von Bächen und kleinen Flüssen in den Silikatgebieten der planaren bis montanen Stufe; nährstoffreiche Standorte, die relativ oft, jedoch nur sehr kurzzeitig überschwemmt werden; im allgemeinen reich strukturierter Gehölzstreifen mit ausgeprägter Strauch- und Krautschicht (z.T. hochstaudenreich).
Feldgehölz nasser bis feuchter Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Feldgehölz vernässter Bereiche innerhalb agrarisch genutzter Flächen, z.B. mit Alnus glutinosa (Schwarzerle), Fraxinus excelsior (Esche), Quercus robur (Stieleiche), Ulmus spp. (Ulme).
Bindung an Wald
  • ALPEN: Baumschicht
  • BERGLAND: Baumschicht
  • TIEFLAND: Baumschicht
Hemerobie (menschlicher Einfluss) m: mesohemerob - o: oligohemerob mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) mäßig urbanophob Art kommt vorwiegend außerhalb menschlicher Siedlungen vor. BF1
Ökologischer Strategietyp c (Konkurrenz-Strategen) Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. BF1

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Alnus glutinosa (L.) Gaertn..
  • Name in Ellenberg/Weber: Alnus glutinosa.
  • Name in BiolFlor: Alnus glutinosa.