Geranium sanguineum L. (Blut-Storchschnabel)

Lebensraum und Ökologie

Standort TrockenW- u. -gebüschsäume, waldnahe Xerothermrasen, lichte Eichen- u. KiefernW, rud. Böschungen, basenhold R2693
Ökologische Zeigerwerte L7 T6 K4 R8 F3- N3 S0 M- E1
Lichtzahl 7 Halblichtpflanze: meist bei vollem Licht, aber auch im Schatten bis etwa 30 % r. B.
Temperaturzahl 6 Mäßigwärme- bis Wärmezeiger: zwischen 5 und 7 stehend (planar bis collin)
Kontinentalitätszahl 4 subozeanisch: Schwergewicht in Mitteleuropa, z. T. auch in Osteuropa
Reaktionszahl 8 Schwachsäure-/Schwachbasen- bis Basen- und Kalkzeiger: zwischen 7 und 9 stehend, d. h. meist auf Kalk weisend
Feuchtezahl 3 Trockniszeiger: auf trockenen Böden häufiger als auf frischen, auf feuchten fehlend
Feuchtewechsel - keine Angabe zum Feuchtewechseltyp
Stickstoffzahl 3 Stickstoffarmutzeiger: auf N-armen Standorten häufiger als auf mittelmäßigen, nur ausnahmsweise auf N-reicheren
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: Staudensäume trockenwarmer Standorte
  • Nebenvorkommen: Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Verband: Geranion sanguinei Tx. in Th. Müll. 1961
Hauptvorkommen in Verband: Erico-Pinion Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939
Hauptvorkommen in Verband: Cytiso ruthenico-Pinion Krausch 1962
Hauptvorkommen in Ordnung: Quercetalia pubescenti-petraeae Br.-Bl. 1931
Biotoptyp Submediterraner Halbtrockenrasen auf karbonatischem oder sonstigem basenreichen Boden, brachgefallen bzw. ungenutzt
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Je nach Ausgangssituation entstehen artenarme Fazies von Brachypodium pinnatum (Fiederzwenke) oder durch Einwanderung von Saumarten der Trifolio-Geranietea arten- und blütenreiche Brachestadien. Die Verbuschung dauert je nach Trockenheit des Standortes mehr oder weniger lange.
Wald- und Gehölzsäume oligo- bis eutropher, trocken-warmer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Aufgrund der lichten Bestandsstruktur von Wäldern trocken-warmer Standorte oft floristisch der Waldbodenvegetation sehr nahestehende Säume mit blütenreicher und meist dichter Vegetation mit thermophilen Arten, wie z.B. Peucedanum cervaria (Hirsch-Haarstrang), Geranium sanguineum (Blutroter Storchschnabel), Thalictrum minus (Kleine Wiesenraute) oder Trifolium rubens (Purpurklee). Häufig in Südexposition auf flachgründigen Standorten, natürlich an der Trockengrenze der Wälder oder im sekundären Kontakt zu Halbtrockenrasen ("Steppenheide"-komplex).
Wald- und Gehölzsaum kalkreicher, oligo- bis eutropher, trocken-warmer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Wald- und Gehölzsäume auf kalkreichen trockenwarmen Standorten mit Schwerpunkt in der collinen bis submontanen Stufe der Kalkgebirgszüge (Schwäbische und Fränkische Alb, Kyffhäuser etc.) in besonders wärmebegünstigter Lage, z.B. in Südexposition. Oft im Kontakt zu Kalktrocken- und Halbtrockenrasen am Rande von trockenwarmen Eichen- und Buchenwäldern auf Kalkgesteinen.
Krautige und grasige Säume und Fluren oligo- bis eutropher, trocken-warmer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Krautiger oder grasiger Saum oder Flur kalkreicher, oligo- bis eutropher, trocken-warmer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Kreide-Felsküste (Ostsee)
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Steilküste aus Kreidefelsen (Rügen). Aufgrund des weichen Gesteins durch Bäche oft tief zerklüftet und mit kleinflächigen bandartigen Hangquellaustritten am Fuße (22.), thermophilen Gebüschen (41.01.05) und z.T. orchideenreichen Vorwaldstadien (42.03.03).
Moränensteilküsten der Ostsee
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Angeschnittene Moränenhügel an der Ostseeküste; es werden aktive, derzeit noch in Erosion befindliche Steilwände von inaktiven, nicht mehr der Erosion ausgesetzten Abbruchkanten unterschieden.
Bindung an Wald
  • ALPEN: Krautschicht: Im Wald wie im Offenland
  • BERGLAND: Krautschicht: Im Wald wie im Offenland
  • TIEFLAND: Krautschicht: Weitgehend an Wald gebunden: an Waldrändern und Waldlichtungen
Hemerobie (menschlicher Einfluss) m: mesohemerob - o: oligohemerob mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) urbanophob Art wächst ausschließlich außerhalb menschlicher Siedlungen. BF1
Ökologischer Strategietyp csr (Konkurrenz-Stress-Ruderal-Strategen) Intermediärer Typ, oft Rosettenpflanzen oder kleinwüchsige, ausdauernde Arten, die räumlich-zeitliche Nischen gut nutzen können und meist nur eine mittlere Lebensdauer aufweisen. BF1

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Geranium sanguineum L..
  • Name in Ellenberg/Weber: Geranium sanguineum.
  • Name in BiolFlor: Geranium sanguineum.