Fagus sylvatica L. (Gewöhnliche Buche)

Lebensraum und Ökologie

Standort Plan. bis hochmont., frische Laub- u. NadelmischW, BuchenW, schattentolerant, staunässeempfindlich R2357
Ökologische Zeigerwerte L3 T5 K2 Rx F5- Nx S0 M- E1
Lichtzahl 3 Schattenpflanze: meist bei weniger als 5 % r. B., doch auch an helleren Stellen
Temperaturzahl 5 Mäßigwärmezeiger: in tiefen bis in montanen Lagen vorkommend (Schwergewicht in submontan-temperaten Bereichen)
Kontinentalitätszahl 2 ozeanisch: Schwergewicht in Westeuropa und im westlichen Mitteleuropa
Reaktionszahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Feuchtezahl 5 Frischezeiger: Schwergewicht auf mittelfeuchten Böden
Feuchtewechsel - keine Angabe zum Feuchtewechseltyp
Stickstoffzahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: Laub- und Nadelwälder saurer, nährstoffarmer Böden
  • Schwerpunktvorkommen: Laub- und Tannenwälder mittlerer Standorte
  • Hauptvorkommen: Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Verband: Fagion sylvaticae Pawl. 1928
Biotoptyp Montaner Tannen-Buchenwald (Nadelbaumanteil > 50 %)
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Vielschichtig aufgebauter Tannenwald der montanen bis hochmontanen Lagen mit stärkeren Buchen-Anteilen. Fichten (Picea abies) können in geringen Anteilen beigemengt sein. Der Nadelbaumanteil liegt insgesamt über 50 %.
Montaner Tannen-Fichten-Buchenwald (Nadelbaumanteil > 50 %)
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Montaner bis subalpiner Tannenmischwald mit Elementen des Hainsimsen-Buchenwaldes und der natürlichen Fichtenwälder. Der Anteil der Nadelbäume liegt über 50 %. Neben den Hauptbaumarten Tanne (Abies alba), Fichte (Picea abies) und Buche (Fagus sylvatica) tritt regelmäßig Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) und seltener die Esche (Fraxinus excelsior) auf.
Montane Tannenwälder
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Montane Tannenwälder auf sauren, staunassen Standorten. Bevorzugt in niederschlagsreichen und luftfeuchten Gebieten.
Buchen(misch)wälder frischer, basenarmer Standorte
[Rote Liste: 3 (gefährdet)]
Wälder auf mäßig trockenen bis mäßig feuchten, basenarmen Böden mit einer hohen Dominanz der Rotbuche (Fagus sylvatica); i.d.R. Hallenwälder ohne ausgeprägte Strauchschicht und nur spärlicher Krautschicht; mit Säure- und Magerkeitszeigern.
Eichen-Buchenwald frischer, basenarmer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Wälder des Tief- und Hügellandes auf frischen bis trockenen, basenarmen Sand- und sandigen Lehmböden; artenarme Wälder mit Rotbuche (Fagus sylvatica) und Traubeneiche (Quercus petraea) als bestandsbildende Baumarten; Hallenwald mit nur mäßig ausgebildeter Strauch- und Krautschicht; vorwiegend Säure- und Magerkeitszeiger; nur wenige anspruchsvollere Arten.
Bodensaurer Buchenwald der planaren bis submontanen Stufe
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Bodensaurer Buchenwald auf mehr oder weniger nährstoff- und basenarmen Silikatverwitterungsböden der planaren bis submontanen Höhenstufe; Hallenwald mit artenarmer und spärlich ausgeprägter Krautschicht aus überwiegend Säurezeigern der Süßgräser, Seggen und Moose; Moder als Humusform.
Bodensaurer Buchenwald der montanen bis hochmontanen Stufe
[Rote Liste: 3 (gefährdet)]
Bodensaurer Buchenwald auf mehr oder weniger nährstoff- und basenarmen Silikatverwitterungsböden der montanen bis hochmontanen Höhenstufe; Hallenwald mit artenarmer und spärlich ausgeprägter Krautschicht aus überwiegend Säurezeigern der Süßgräser, Seggen und Moose, hinzu treten vermehrt krautige Pflanzen, z.B. Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum); Moder als Humusform.
Buchen(misch)wälder frischer, basenreicher Standorte
[Rote Liste: V (Vorwarnliste)]
Buchenwälder auf mäßig trockenen bis mäßig feuchten, basenreichen Lehm- oder Lössböden; meist in Hochwaldnutzung befindlicher Hallenwald mit hoher Dominanz von Rotbuche (weit mehr als 50%); artenreiche, gut ausgeprägte Krautschicht mit einem hohen Anteil an Mullbodenpflanzen; auf mittel- bis tiefgründigen Kalkverwitterungs- oder basenreichen Silikatböden.
Seggen-Buchenwald (Orchideen-Buchenwald)
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Artenreicher Buchenwald auf basenreichen, gut wasserdurchlässigen flachgründigen Böden des Hügellandes; im nördlichen Bereich (z.B. niedersächisches und hessisches Bergland, Eifel) eher an wärmebegünstigten Süd- bis Westhängen, Kämmen oder Kuppen; weiter südlich (z.B. Fränkische und Schwäbische Alb) an Standorten jeder Exposition; lichte Wälder mit nur langsam- bzw. schlechtwüchsigen Bäumen und ausgeprägter Strauchschicht; artenreiche Krautschicht mit einer Reihe wärme- und lichtbedürftiger Arten, teilweise orchideen- und seggenreiche Ausbildungen.
Blaugras-Buchenwald
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Lichte Krüppel-Buchenwälder trocken-warmer Standorte auf flachgründigen, feinerdearmen Kalkgesteinsböden an Hangkanten und auf instabilen steilen Hängen des Hügellandes; mit ausgedehnten Polstern von Blaugras (Sesleria albicans).
Buchenbuschwald (auf Ostseedünen)
[Rote Liste: 1 (von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Buschwald an der Abtragungsküste der Ostsee; aus durch Salzgischteinfluss und Windschur niedrigwüchsigen, z.T. strauchförmigen Buchen (Fagus sylvatica); durch Dünen sekundär übersandet, die edaphische Waldgrenze bildend; z.T. mit Elymus arenarius (Strandroggen) in der Krautschicht.
Subalpiner (hochmontaner) Bergahorn-Buchenwald
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Mischwald mit Buche (Fagus sylvatica), Bergahorn (Acer pseudoplatanus) und Fichte (Picea abies) auf schutt- und felsdurchsetzten Standorten, meist gut durchfeuchtet; in den Alpen bis an die Waldgrenze heranreichend; hochstaudenreich; oft totholzreich infolge schwieriger forstlicher Nutzung; die Bäume weisen oftmals den durch rutschige Schneelagen bedingten "Säbelwuchs" auf.
Buchenwald basenreicher Standorte der planaren bis submontanen Stufe
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Buchenwald basenreicher Standorte der montanen bis hochmontanen Stufe
[Rote Liste: V (Vorwarnliste)]
Montane Buchen-Tannen-/Fichtenwälder (Buchenanteil > 50 %)
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Mischwälder der montanen Stufe mit Rotbuche (Fagus sylvatica) und verstärktem Aufkommen von Weißtanne (Abies alba) und Fichte (Picea abies); meist auf nur flachgründigen Böden; in Höhenlagen zwischen 500 bis 1000m; mäßig ausgebildete Strauchschicht.
Montane Buchen-Tannenwälder (Buchenanteil > 50 %)
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Buchen-Tannen-Mischwälder der Hochlagen ohne nennenswerte Beimischung von Fichten (Picea abies).
Montaner Buchen-Tannenwald basenarmer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Montaner Buchen-Tannenwald basenreicher Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Montaner Buchen-Tannen-Fichtenwald basenarmer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Montaner Buchen-Tannen-Fichtenwald basenreicher Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Feldgehölz frischer Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Feldgehölz frischer Standorte, z.B. mit Quercus robur (Stieleiche), Acer pseudoplatanus (Bergahorn), Fagus sylvatica (Rotbuche).
Laubbaum der offenen Landschaft (ohne Obst- und Nussbäume)
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Solitär stehender, meist angepflanzter einzelner Laubbaum in der offenen Landschaft; teilweise an historisch oder kulturell bedeutsamen Stellen, z.B. Linden (Tilia spp.) oder Eichen (Quercus spp.); auch als typisch tief beastete "Weidbäume" aus extensiv bewirtschafteten Kulturlandschaften bekannt.
Bindung an Wald
  • ALPEN: Baumschicht
  • BERGLAND: Baumschicht
  • TIEFLAND: Baumschicht
Hemerobie (menschlicher Einfluss) b: b-euhemerob - m: mesohemerob - o: oligohemerob b-euhemerob: Arten der Intensivweiden, -wiesen und -forsten sowie reicher Zierrasen - mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) mäßig urbanophob Art kommt vorwiegend außerhalb menschlicher Siedlungen vor. BF1
Ökologischer Strategietyp c (Konkurrenz-Strategen) Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. BF1

Verwandte Taxa ähnlichen Umfangs, denen ggf. Eigenschaften zugeordnet wurden:

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Fagus sylvatica L..
  • Name in Ellenberg/Weber: Fagus sylvatica.
  • Name in BiolFlor: Fagus sylvatica.