Corylus avellana L. (Gewöhnliche Hasel)

Lebensraum und Ökologie

Standort Frische, lichte LaubmischW, bestandsbildend in Hecken, Gebüschen u. NiederW, nährstoffanspruchsvoll R1676
Ökologische Zeigerwerte L6 T5 K3 Rx Fx- N5 S0 M- E1
Lichtzahl 6 Halbschatten- bis Halblichtpflanze: zwischen 5 und 7 stehend, selten bei weniger als 20 % r. B.
Temperaturzahl 5 Mäßigwärmezeiger: in tiefen bis in montanen Lagen vorkommend (Schwergewicht in submontan-temperaten Bereichen)
Kontinentalitätszahl 3 ozeanisch bis subozeanisch: zwischen 2 und 4 stehend (in großen Teilen Mitteleuropas vorkommend)
Reaktionszahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Feuchtezahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Feuchtewechsel - keine Angabe zum Feuchtewechseltyp
Stickstoffzahl 5 Mäßigstickstoffzeiger: mäßig N-reiche Standorte anzeigend, seltener auf N-armen und N-reichen
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: Bruch- und Auenwälder
  • Schwerpunktvorkommen: Laub- und Tannenwälder mittlerer Standorte
  • Hauptvorkommen: Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Klasse: Querco-Fagetea Br.-Bl. et Vlieg. in Vlieg. 1937
Schwerpunktvorkommen in Verband: Carpinion Issl. 1931 em Oberd. 1953
Schwerpunktvorkommen in Verband: Alno-Ulmion Br.-Bl. et Tx. 1943 (Alno-Padion Knapp 1948)
Hauptvorkommen in Verband: Tilio-Acerion Klika 1955 (U.V. Acerion pseudoplatani Oberd. 1957 p.p.)
Biotoptyp Ulmen- und Ulmen-Hainbuchen-Hangwald (trockener bis frischer Standorte)
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Ulmen-Hangwälder und ulmenreiche Hainbuchenwälder auf erosionsgefährdeten Hangschultern und Oberhängen der planaren (z.B. an findlingsreichen Hängen) bis hochmontanen Stufe, v.a. auf basen- und nährstoffreichen, oft unreifen Böden.
Gebüsche frischer Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Flächige Strauchbestände auf mäßig trockenen bis mäßig feuchten Standorten; auf basenreichen Böden meist Vorkommen von Hartriegel (Cornus sanguinea), Schlehe (Prunus spinosa), Weißdorn (Crataegus spp.), Hasel (Corylus avellana) oder Hundsrose (Rosa canina); auf basenarmen Standorten z.B. Ginstergebüsche (Cytisus scoparius oder Genista spp.).
Sonstiges Gebüsch frischer Standorte
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Gebüsche an mäßig feuchten Standorten mit mittlerer Wasserversorgung. Typische Gebüscharten sind Cornus sanguinea (Hartriegel), Sambucus nigra (Holunder), Euonymus europaeus (Pfaffenhütchen), Corylus avellana (Hasel), Viburnum opulus (gewöhnlicher Schneeball), Crataegus spp. (Weißdorn) oder Rosa canina (Hundsrose).
Hecken mit überwiegend autochthonen Arten
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Lineare, von Gehölzen, überwiegend Sträuchern, gebildete Elemente der Kulturlandschaft, die einer aktuellen Nutzung (Brennholzgewinnung, Einfriedung) oder Pflege (Rückschnitt, Auf-den-Stock-setzen) unterliegen bzw. heute noch erkennbare Spuren einer früheren Nutzung oder Pflege aufweisen.
Waldmantel frischer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Waldmantel mit z.B. Hartriegel (Cornus sanguinea), Hasel (Corylus avellana) oder Schlehe (Prunus spinosa) an Waldrändern frischer Standorte.
Brombeergestrüpp auf kalkarmem Untergrund
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Brombeergestrüpp auf kalkreichem Untergrund
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Vorwald frischer Standorte
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Strandwälle mit Gebüschvegetation
[Rote Liste: 3 (gefährdet)]
Von Gebüschen bestandener Strandwall.
Kreide-Felsküste (Ostsee)
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Steilküste aus Kreidefelsen (Rügen). Aufgrund des weichen Gesteins durch Bäche oft tief zerklüftet und mit kleinflächigen bandartigen Hangquellaustritten am Fuße (22.), thermophilen Gebüschen (41.01.05) und z.T. orchideenreichen Vorwaldstadien (42.03.03).
Moränensteilküsten der Ostsee
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Angeschnittene Moränenhügel an der Ostseeküste; es werden aktive, derzeit noch in Erosion befindliche Steilwände von inaktiven, nicht mehr der Erosion ausgesetzten Abbruchkanten unterschieden.
Feldgehölze mit überwiegend autochthonen Arten
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Feldgehölze weisen im Gegensatz zu Gebüschen eine Schichtung in Baum- und Strauchschicht auf und erreichen deshalb eine größere Höhe (i.d.R. > 5 m). Aufgrund ihrer Lage inmitten zumeist intensiv genutzer Agrarflächen sind vielfach von dort ausgehende Störungen (z.B. Viehtritt, -verbiss, Nährstoffeintrag) festzustellen. Oft handelt es sich um Rudimente von sehr unterschiedlichen Waldbiotopen (43. und 44.).
Feldgehölz frischer Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Feldgehölz frischer Standorte, z.B. mit Quercus robur (Stieleiche), Acer pseudoplatanus (Bergahorn), Fagus sylvatica (Rotbuche).
Hecke auf ebenerdigen Rainen oder Böschungen frischer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Bindung an Wald
  • ALPEN: Strauchschicht: Im Wald wie im Offenland
  • BERGLAND: Strauchschicht: Im Wald wie im Offenland
  • TIEFLAND: Strauchschicht: Im Wald wie im Offenland
Hemerobie (menschlicher Einfluss) m: mesohemerob - o: oligohemerob mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) mäßig urbanophob Art kommt vorwiegend außerhalb menschlicher Siedlungen vor. BF1
Ökologischer Strategietyp c (Konkurrenz-Strategen) Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. BF1

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Corylus avellana L..
  • Name in Ellenberg/Weber: Corylus avellana.
  • Name in BiolFlor: Corylus avellana.