Erigeron canadensis L. (Kanadisches Berufkraut)

Lebensraum und Ökologie

Standort Trockne bis frische Rud.: Schutt, Wegränder, Bahnanlagen, rud. beeinflusste, lückige Xerothermrasen, Brachen, Waldschläge R21687
Ökologische Zeigerwerte L8 T6 Kx Rx F4- N5 S0 M- E1
Lichtzahl 8 Halblicht- bis Volllichtpflanze: Lichtpflanze, nur ausnahmsweise bei weniger als 40 % r. B.
Temperaturzahl 6 Mäßigwärme- bis Wärmezeiger: zwischen 5 und 7 stehend (planar bis collin)
Kontinentalitätszahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Reaktionszahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Feuchtezahl 4 Trocknis- bis Frischezeiger: zwischen 3 und 5 stehend
Feuchtewechsel - keine Angabe zum Feuchtewechseltyp
Stickstoffzahl 5 Mäßigstickstoffzeiger: mäßig N-reiche Standorte anzeigend, seltener auf N-armen und N-reichen
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • naturferne Vorkommen: Äcker und kurzlebige Unkrautfluren
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart schwach in Assoziation: Conyzo-Lactucetum serriolae Lohm. in Oberd. 1957
Kennart in Ordnung: Sisymbrietalia J.Tx. 1962
Hauptvorkommen in Klasse: Epilobietea angustifolii Tx. et Prsg. in Tx. 1950
Hauptvorkommen in Klasse: Chenopodietea Br.-Bl. 1951
Biotoptyp Kleine Freifläche mit dörflicher Ruderalvegetation
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Meist stark anthropogen überformte kleine Fläche mit starker Nährstoffanreicherung und typischer Ruderalvegetation (z.B. mit Chenopodium bonus-henricus, Ballota nigra, Lamium album); heute nur noch selten z.B. an Mauerfüßen, Misthaufenrändern, Hausecken vorwiegend in traditionell erhaltenen, dörflichen Siedlungen.
Gleiskörper
[Rote Liste: # (Gefährdungseinstufung nicht sinnvoll)]
Ruderalstandorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Ruderalstandorte sind zivilisationsbedingte Standorte auf stark gestörten, i.d.R. umgelagerten (Roh)böden, wie z.B. Schutt (lat. rudus), Trümmer, Industriebrachen, Boden- und Gesteinsentnahmestellen oder (Zwischen)lager wie Kies-, Lehm- und Tongruben etc. mit meist hohem Stickstoffangebot; hierunter fallen nur mit Vegetation bestandene Flächen, vegetationsfreie sind unter 32.07 bis 32.10 einzuordnen. Auch aus älteren Ackerbrachen entwickelte Ruderalstandorte sind hier einzuordnen (vgl. 33. ff.).
Trocken-warme Ruderalstandorte auf Sand-, Kies- und Schotterboden
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Auf feinerdearmen bis -freien Sand-, Kies oder Schotterböden entsteht je nach Trockenheit und Dauer einer mehr oder minder ungestörten Entwicklung eine niedrige, sehr lückige Vegetation mit z.B. Filago-Arten (Filzkraut), Vulpia-Arten (Federschwingel), Bromus sterilis (Taube Trespe), B. tectorum (Aufrechte Trespe), durchsetzt von zahlreichen weiteren einjährigen Gräsern und Kräutern. Es können aber auch hochwüchsige, weitgehend geschlossene Staudenfluren mit Daucus carota (Wilde Möhre), Melilotus-Arten (Steinklee), Echium vulgare (Natternkopf) oder gar Onopordum acanthium (Eselsdistel) auftreten. Aufgrund der Feinerdearmut bleiben selbst dann zumindest einzelne lückigere Stellen erhalten.
Trocken-warme Ruderalstandorte auf bindigem Boden
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Feinerdereiche trocken-warme meist durch dichte krautige, hochwüchsige Vegetation gekennzeichnete Ruderalstandorte mit z.B. Picris hieracioides (Gewöhnliches Bitterkraut), Tanacetum vulgare (Rainfarn); die Standortbedingungen sind häufig ausgesprochen wechseltrocken mit starken Austrocknungsphasen.
Trocken-warme Ruderalstandorte auf Sand-, Kies- und Schotterboden
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Auf feinerdearmen bis -freien Sand-, Kies oder Schotterböden entsteht je nach Trockenheit und Dauer einer mehr oder minder ungestörten Entwicklung eine niedrige, sehr lückige Vegetation mit z.B. Filago-Arten (Filzkraut), Vulpia-Arten (Federschwingel), Bromus sterilis (Taube Trespe), B. tectorum (Aufrechte Trespe), durchsetzt von zahlreichen weiteren einjährigen Gräsern und Kräutern. Es können aber auch hochwüchsige, weitgehend geschlossene Staudenfluren mit Daucus carota (Wilde Möhre), Melilotus-Arten (Steinklee), Echium vulgare (Natternkopf) oder gar Onopordum acanthium (Eselsdistel) auftreten. Aufgrund der Feinerdearmut bleiben selbst dann zumindest einzelne lückigere Stellen erhalten.
Bindung an Wald
  • ALPEN: Krautschicht: Schwerpunkt im Offenland, aber auch im Wald
  • BERGLAND: Krautschicht: Schwerpunkt im Offenland, aber auch im Wald
  • TIEFLAND: Krautschicht: Schwerpunkt im Offenland, aber auch im Wald
Hemerobie (menschlicher Einfluss) b: b-euhemerob - c: a-euhemerob - p: polyhemerob b-euhemerob: Arten der Intensivweiden, -wiesen und -forsten sowie reicher Zierrasen - a-euhemerob: Arten der Ackerfluren mit typisch entwickelter Unkrautflora, des Ansaatgrünlandes, armer Zierrasen, der Intensivforste mit kaum entwickelter Krautschicht, Rieselfelder - polyhemerob: Arten der Sonderkulturen (z. B. Obst, Wein und Ackerfruchtfolgen mit stark selektierter Beikrautflora), Abfalldeponien, Abraumhalden, Trümmerschuttflächen (nur der ersten Sukzessionsstadien, dann Übergang zu a-euhemerob), teilversiegelte Flächen (z. B. gepflasterte Wege, geschotterte Gleisanlagen); Biozönose stark dezimiert; Biotop anhaltend stark verändert. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) urbanoneutral keine Bevorzugung siedlungsnaher oder siedlungsferner Standorte. BF1
Ökologischer Strategietyp cr (Konkurrenz-Ruderal-Strategen) Übergangstyp zwischen Konkurrenz- und Ruderal-Strategen. BF1

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Erigeron canadensis L..
  • Name in Ellenberg/Weber: Conyza canadensis.
  • Name in BiolFlor: Conyza canadensis.