Cirsium oleraceum (L.) Scop. (Kohl-Kratzdistel)

Lebensraum und Ökologie

Standort Feuchte bis staunasse Wiesen, Hochstaudenfluren an Bächen, Quellen u. Gräben, AuenW, Waldschläge, nährstoffanspruchsvoll R1573
Ökologische Zeigerwerte L6 Tx K3 R8 F7- N5 S0 M- E1
Lichtzahl 6 Halbschatten- bis Halblichtpflanze: zwischen 5 und 7 stehend, selten bei weniger als 20 % r. B.
Temperaturzahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Kontinentalitätszahl 3 ozeanisch bis subozeanisch: zwischen 2 und 4 stehend (in großen Teilen Mitteleuropas vorkommend)
Reaktionszahl 8 Schwachsäure-/Schwachbasen- bis Basen- und Kalkzeiger: zwischen 7 und 9 stehend, d. h. meist auf Kalk weisend
Feuchtezahl 7 Feuchtezeiger: Schwergewicht auf gut durchfeuchteten, aber nicht nassen Böden
Feuchtewechsel - keine Angabe zum Feuchtewechseltyp
Stickstoffzahl 5 Mäßigstickstoffzeiger: mäßig N-reiche Standorte anzeigend, seltener auf N-armen und N-reichen
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: Bruch- und Auenwälder
  • Schwerpunktvorkommen: Feuchtwiesen
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Assoziation: Angelico-Cirsietum oleracei Tx. 1937 em. Tx. in Tx. et Prsg 1951 (einschl. Cirsio-Polygonetum bistortae Tx. 1951)
Trennart in Verband: Atropion Br.-Bl. 1930 em. Oberd. 1957
Hauptvorkommen in Ordnung: Molinietalia caeruleae W.Koch 1926
Hauptvorkommen in Verband: Atropion Br.-Bl. 1930 em. Oberd. 1957
Hauptvorkommen in Verband: Alno-Ulmion Br.-Bl. et Tx. 1943 (Alno-Padion Knapp 1948)
Hauptvorkommen in Ordnung: Glechometalia hederaceae Tx. in Tx. et Brun-H. 1975
Hauptvorkommen in Verband: Calthion Tx. 1937
Biotoptyp Schwarzerlenwald (an Fließgewässern)
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Bachbegleitende Wälder mit Schwarzerle (Aluns glutinosa), Esche (Fraxinus excelsior), z.T. Bruchweide (Salix fragilis) in der Baumschicht; entlang von Bächen und kleinen Flüssen in den Silikatgebieten der planaren bis montanen Stufe; nährstoffreiche Standorte, die relativ oft, jedoch nur sehr kurzzeitig überschwemmt werden; im allgemeinen reich strukturierter Gehölzstreifen mit ausgeprägter Strauch- und Krautschicht (z.T. hochstaudenreich).
Sonstiges extensives Feucht- und Nassgrünland in tieferen Lagen
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Planar bis submontanes, meist ertrag- und artenreiches Feucht- und Nassgrünland, häufig von Binsenarten (Juncus spp.) geprägt; typisch sind extensive Beweidung (< 1 GVE/ha) oder extensive Mahd (1- bis 2-maliger Schnitt, später Erstschnitt), geringe Düngung (Erhaltungsdüngung) und weitgehend fehlender Pestizideinsatz. Flutrasen siehe 35.02.05.
Bindung an Wald
  • ALPEN: Krautschicht: Im Wald wie im Offenland
  • BERGLAND: Krautschicht: Im Wald wie im Offenland
  • TIEFLAND: Krautschicht: Im Wald wie im Offenland
Hemerobie (menschlicher Einfluss) b: b-euhemerob - m: mesohemerob b-euhemerob: Arten der Intensivweiden, -wiesen und -forsten sowie reicher Zierrasen - mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) mäßig urbanophob Art kommt vorwiegend außerhalb menschlicher Siedlungen vor. BF1
Ökologischer Strategietyp c (Konkurrenz-Strategen) Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. BF1

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Cirsium oleraceum (L.) Scop..
  • Name in Ellenberg/Weber: Cirsium oleraceum.
  • Name in BiolFlor: Cirsium oleraceum.