Carpinus betulus L. (Hainbuche)

Lebensraum und Ökologie

Standort Feuchte bis mäßig trockne LaubmischW, bes. in tieferen Lagen, Gebüsche, (Schnitt)Hecken R1318
Ökologische Zeigerwerte L4 T6 K4 Rx Fx- Nx S0 M- E1
Lichtzahl 4 Schatten- bis Halbschattenpflanze: zwischen 3 und 5 stehend
Temperaturzahl 6 Mäßigwärme- bis Wärmezeiger: zwischen 5 und 7 stehend (planar bis collin)
Kontinentalitätszahl 4 subozeanisch: Schwergewicht in Mitteleuropa, z. T. auch in Osteuropa
Reaktionszahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Feuchtezahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Feuchtewechsel - keine Angabe zum Feuchtewechseltyp
Stickstoffzahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Nebenvorkommen: Bruch- und Auenwälder
  • Nebenvorkommen: Laub- und Nadelwälder saurer, nährstoffarmer Böden
  • Schwerpunktvorkommen: Laub- und Tannenwälder mittlerer Standorte
  • Hauptvorkommen: Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Verband: Carpinion Issl. 1931 em Oberd. 1953
Hauptvorkommen in Ordnung: Prunetalia Tx. 1952
Biotoptyp Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Laubmischwälder mit z.B. Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Bergulme (Ulmus glabra) oder Sommerlinde (Tilia platyphyllos) in Schluchten oder an steileren Hängen, auf feinerdearmen, aber humosen, teilweise noch in Rutschung befindlichen Fels- oder Steinschuttböden; i.d.R. gute Wasserversorgung durch Sicker- und Grundwasser. Eingeschlossen sind auch von hohem Lindenanteil geprägte Mischwälder an trocken-warmen Standorten auf Geröllhalden.
Ulmen- und Ulmen-Hainbuchen-Hangwald (trockener bis frischer Standorte)
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Ulmen-Hangwälder und ulmenreiche Hainbuchenwälder auf erosionsgefährdeten Hangschultern und Oberhängen der planaren (z.B. an findlingsreichen Hängen) bis hochmontanen Stufe, v.a. auf basen- und nährstoffreichen, oft unreifen Böden.
Eichen-Hainbuchenwald staunasser bis frischer Standorte
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Artenreicher Laubmischwald (stau-)nasser bis (stau-)feuchter einschließlich wechselfeuchter oder frischer Standorte; v.a. auf tiefgründigen, nährstoffreichen, grund- und stauwasserbeeinflussten Böden; typisch sind artenreiche Bestände mit einem vielschichtigen Kronendach aus Stieleiche (Quercus robur), Hainbuche (Carpinus betulus), Esche (Fraxinus excelsior) u.a.
Subkontinentaler Eichen-Hainbuchenwald
[Rote Liste: 2 (stark gefährdet)]
Mischwälder auf nährstoffreichen Lehmböden der Moränen oder kalkreichen Geschiebemergelböden vorwiegend der (sub-)kontinental geprägten Trockengebiete; mit z.B. Winterlinde (Tilia cordate), Hainbuche (Carpinus betulus) und wärmebedürftigen Arten in der Strauch- und Krautschicht.
Seggen-Buchenwald (Orchideen-Buchenwald)
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Artenreicher Buchenwald auf basenreichen, gut wasserdurchlässigen flachgründigen Böden des Hügellandes; im nördlichen Bereich (z.B. niedersächisches und hessisches Bergland, Eifel) eher an wärmebegünstigten Süd- bis Westhängen, Kämmen oder Kuppen; weiter südlich (z.B. Fränkische und Schwäbische Alb) an Standorten jeder Exposition; lichte Wälder mit nur langsam- bzw. schlechtwüchsigen Bäumen und ausgeprägter Strauchschicht; artenreiche Krautschicht mit einer Reihe wärme- und lichtbedürftiger Arten, teilweise orchideen- und seggenreiche Ausbildungen.
Blaugras-Buchenwald
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Lichte Krüppel-Buchenwälder trocken-warmer Standorte auf flachgründigen, feinerdearmen Kalkgesteinsböden an Hangkanten und auf instabilen steilen Hängen des Hügellandes; mit ausgedehnten Polstern von Blaugras (Sesleria albicans).
Hecken mit überwiegend autochthonen Arten
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Lineare, von Gehölzen, überwiegend Sträuchern, gebildete Elemente der Kulturlandschaft, die einer aktuellen Nutzung (Brennholzgewinnung, Einfriedung) oder Pflege (Rückschnitt, Auf-den-Stock-setzen) unterliegen bzw. heute noch erkennbare Spuren einer früheren Nutzung oder Pflege aufweisen.
Waldmantel frischer Standorte
[Rote Liste: 2-3 (gefährdet bis stark gefährdet)]
Waldmantel mit z.B. Hartriegel (Cornus sanguinea), Hasel (Corylus avellana) oder Schlehe (Prunus spinosa) an Waldrändern frischer Standorte.
Vorwald frischer Standorte
[Rote Liste: * (aktuell kein Verlustrisiko)]
Traubeneichen-Hainbuchenwald
[Rote Liste: 1-2 (stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht)]
Eichenmischwälder der trockenen, sommerwarmen Standorte des Hügellands, einschließlich der Eichen-Hainbuchenwälder Mitteldeutschlands; ausgeprägte Krautschicht mit zahlreichen wärmeliebenden Arten.
Feldgehölze mit überwiegend autochthonen Arten
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Feldgehölze weisen im Gegensatz zu Gebüschen eine Schichtung in Baum- und Strauchschicht auf und erreichen deshalb eine größere Höhe (i.d.R. > 5 m). Aufgrund ihrer Lage inmitten zumeist intensiv genutzer Agrarflächen sind vielfach von dort ausgehende Störungen (z.B. Viehtritt, -verbiss, Nährstoffeintrag) festzustellen. Oft handelt es sich um Rudimente von sehr unterschiedlichen Waldbiotopen (43. und 44.).
Feldgehölz trocken-warmer Standorte
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Feldgehölz trocken-warmer, zumeist flachgründiger oder trocken-sandiger Standorte, z.B. mit Quercus petraea (Traubeneiche), Carpinus betulus (Hainbuche), Acer campestre (Feldahorn), teilweise auch Pinus sylvestris (Kiefer).
Weißseggen-Eichen-Winterlindenwald
[Rote Liste: 2 (stark gefährdet)]
Bindung an Wald
  • ALPEN: Baumschicht
  • BERGLAND: Baumschicht
  • TIEFLAND: Baumschicht
Hemerobie (menschlicher Einfluss) b: b-euhemerob - m: mesohemerob - o: oligohemerob b-euhemerob: Arten der Intensivweiden, -wiesen und -forsten sowie reicher Zierrasen - mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) mäßig urbanophob Art kommt vorwiegend außerhalb menschlicher Siedlungen vor. BF1
Ökologischer Strategietyp c (Konkurrenz-Strategen) Bäume, Sträucher und krautige Arten mit hoher Konkurrenzkraft, bedingt durch spezifische morphologische und physiologische Eigenschaften und typische Merkmale ihrer Lebensgeschichte. BF1

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Carpinus betulus L..
  • Name in Ellenberg/Weber: Carpinus betulus.
  • Name in BiolFlor: Carpinus betulus.