Carex disticha Huds. (Zweizeilige Segge)

Lebensraum und Ökologie

Standort Stau- bis sickernasse Großseggenriede, bes. Ufer verlandender Gewässer, extensiv genutzte Feucht- u. Nasswiesen, basenhold, nährstoffanspruchsvoll R1201
Ökologische Zeigerwerte L8 T6 Kx R8 F9u N5 S0 M- E1
Lichtzahl 8 Halblicht- bis Volllichtpflanze: Lichtpflanze, nur ausnahmsweise bei weniger als 40 % r. B.
Temperaturzahl 6 Mäßigwärme- bis Wärmezeiger: zwischen 5 und 7 stehend (planar bis collin)
Kontinentalitätszahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Reaktionszahl 8 Schwachsäure-/Schwachbasen- bis Basen- und Kalkzeiger: zwischen 7 und 9 stehend, d. h. meist auf Kalk weisend
Feuchtezahl 9 Nässezeiger: Schwergewicht auf oft durchnässten (luftarmen) Böden
Feuchtewechsel u Überschwemmungszeiger
Stickstoffzahl 5 Mäßigstickstoffzeiger: mäßig N-reiche Standorte anzeigend, seltener auf N-armen und N-reichen
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Nebenvorkommen: Feuchtwiesen
  • Hauptvorkommen: nährstoffreiche Gewässer
Bindung an Pflanzengesellschaften Kennart in Verband: Magnocaricion W.Koch 1926
Schwerpunktvorkommen in Assoziation: Caricetum gracilis Tx. 1937
Schwerpunktvorkommen in Assoziation: Caricetum vulpinae Now. 27
Biotoptyp Nährstoffreiche Großseggenriede
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Großseggenriede nährstoffreicher (eutropher) Standorte sind die am weitesten verbreiteten Seggenrieder. Diese können bei großen Wasserstandschwankungen als bultige Seggenriede mit bis über 50 cm hohen Bulten im Feuchtgrünland und im Randbereich eutropher Gewässer ausgebildet sein. Beispiele sind Seggenrieder der Steifen Segge (Carex elata) oder der Fuchs-Segge (Carex vulpina). Viele nährstoffreiche Seggenrieder mit rasigem Wuchs sind zur Streunutzung geeignet, z.B. Schlanke Segge (Carex acuta), Sumpf-Segge (Carex acutiformis), oder treten als Sukzessionsstadien nach dem Brachfallen von Feuchtgrünland in den nasseren Bereichen auf. In Verlandungszonen eutropher Gewässer gibt es ebenfalls nährstoffreiche Großseegenriede mit rasigem, oft lückigem Wuchs, z.B. mit der Ufersegge (Carex riparia) oder der Blasen-Segge (Carex vesicaria).
Rasiges nährstoffreiches Großseggenried
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Bindung an Wald keine Bindung an Wald oder Taxon nicht bewertet
Hemerobie (menschlicher Einfluss) m: mesohemerob - o: oligohemerob mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) urbanophob Art wächst ausschließlich außerhalb menschlicher Siedlungen. BF1
Ökologischer Strategietyp csr (Konkurrenz-Stress-Ruderal-Strategen) Intermediärer Typ, oft Rosettenpflanzen oder kleinwüchsige, ausdauernde Arten, die räumlich-zeitliche Nischen gut nutzen können und meist nur eine mittlere Lebensdauer aufweisen. BF1

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Carex disticha Huds..
  • Name in Ellenberg/Weber: Carex disticha.
  • Name in BiolFlor: Carex disticha.