Carex acutiformis Ehrh. (Sumpf-Segge)

Lebensraum und Ökologie

Standort Stau- od. quellnasse, zeitweilig auch überflutete Großseggenriede, Tagebaue, Röhrichte, Wiesen, Ufer, Bruch- u. AuenW, nährstoffanspruchsvoll R1155
Ökologische Zeigerwerte L7 Tx K3 R7 F9w N5 S0 M- E1
Lichtzahl 7 Halblichtpflanze: meist bei vollem Licht, aber auch im Schatten bis etwa 30 % r. B.
Temperaturzahl x indifferentes Verhalten: d.h. weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden
Kontinentalitätszahl 3 ozeanisch bis subozeanisch: zwischen 2 und 4 stehend (in großen Teilen Mitteleuropas vorkommend)
Reaktionszahl 7 Schwachsäure- bis Schwachbasenzeiger: niemals auf stark sauren Böden
Feuchtezahl 9 Nässezeiger: Schwergewicht auf oft durchnässten (luftarmen) Böden
Feuchtewechsel w Zeiger für starke Feuchtewechsel
Stickstoffzahl 5 Mäßigstickstoffzeiger: mäßig N-reiche Standorte anzeigend, seltener auf N-armen und N-reichen
Salzzahl 0 nicht salzertragend: nur auf Böden ohne Salz (die Zahl „0“ ist bei Berechnungen mit zu verwenden!)
Schwermetallresistenz - nicht schwermetallresistent
Formation
  • Hauptvorkommen: Bruch- und Auenwälder
  • Nebenvorkommen: Feuchtwiesen
  • Hauptvorkommen: nährstoffreiche Gewässer
Bindung an Pflanzengesellschaften Schwerpunktvorkommen in Verband: Alno-Ulmion Br.-Bl. et Tx. 1943 (Alno-Padion Knapp 1948)
Schwerpunktvorkommen in Verband: Alnion glutinosae Malc. 1929
Hauptvorkommen in Verband: Magnocaricion W.Koch 1926
Biotoptyp Nährstoffreiche Großseggenriede
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Großseggenriede nährstoffreicher (eutropher) Standorte sind die am weitesten verbreiteten Seggenrieder. Diese können bei großen Wasserstandschwankungen als bultige Seggenriede mit bis über 50 cm hohen Bulten im Feuchtgrünland und im Randbereich eutropher Gewässer ausgebildet sein. Beispiele sind Seggenrieder der Steifen Segge (Carex elata) oder der Fuchs-Segge (Carex vulpina). Viele nährstoffreiche Seggenrieder mit rasigem Wuchs sind zur Streunutzung geeignet, z.B. Schlanke Segge (Carex acuta), Sumpf-Segge (Carex acutiformis), oder treten als Sukzessionsstadien nach dem Brachfallen von Feuchtgrünland in den nasseren Bereichen auf. In Verlandungszonen eutropher Gewässer gibt es ebenfalls nährstoffreiche Großseegenriede mit rasigem, oft lückigem Wuchs, z.B. mit der Ufersegge (Carex riparia) oder der Blasen-Segge (Carex vesicaria).
Rasiges nährstoffreiches Großseggenried
[Rote Liste: 3-V (akute Vorwarnliste)]
Bindung an Wald
  • ALPEN: Krautschicht: Im Wald wie im Offenland
  • BERGLAND: Krautschicht: Im Wald wie im Offenland
  • TIEFLAND: Krautschicht: Im Wald wie im Offenland
Hemerobie (menschlicher Einfluss) b: b-euhemerob - m: mesohemerob - o: oligohemerob b-euhemerob: Arten der Intensivweiden, -wiesen und -forsten sowie reicher Zierrasen - mesohemerob: Arten in Forsten mit entwickelter Strauch- und Krautschicht, Heiden, Trocken- und Magerrasen, extensive Wiesen und Weiden - oligohemerob: Arten schwach durchforsteter oder schwach beweideter Wälder, anwachsender Dünen, wachsender Flach- und Hochmoore sowie naturnaher Heiden und Trockenrasen. BF1
Urbanität (Bindung an Siedlungen) mäßig urbanophob Art kommt vorwiegend außerhalb menschlicher Siedlungen vor. BF1
Ökologischer Strategietyp cs (Konkurrenz-Stress-Strategen) Übergangstyp zwischen Konkurrenz- und Stress-Strategen. BF1

Die Quellen der Angaben zu Lebensraum und Ökologie finden Sie unter Datenquellen.

Namen in den Ursprungspublikationen:
  • Name in Rothmaler (Müller et al. 2021): Carex acutiformis Ehrh..
  • Name in Ellenberg/Weber: Carex acutiformis (paludosa).
  • Name in BiolFlor: Carex acutiformis.