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Frühwarnung vor invasiven Heusenkräutern

Das Großblütige und das Flutende Heusenkraut (auch Ludwigie: Ludwigia grandiflora bzw. uruguayensis und L. peploides) sind aus Südamerika stammende, sehr schnell wachsende Sumpf- und Wasserpflanzen, die in Frankreich (dort Jussie genannt) bereits weitflächig dichte Teppiche bilden, wo einzelne Kommunen bis zu 230 Tonnen nasser Biomasse „entsorgen“ mussten. Ihr undurchdringlicher Filz verursacht wasserwirtschaftliche und ökologische Probleme, weil der Abfluss gehemmt, das Wasser dadurch erwärmt (mit der Folge von Sauerstoffdefiziten nachts und hohen pH-Werten am Tag) und die Verschlammung gefördert wird.

Die Nachtkerzen-ähnlichen (und mit diesen verwandten), auffällig gelb blühenden Pflanzen werden bis zu 80 cm hoch und ihre Ausläufer reichen bis sechs Meter in die Gewässer hinein. Bevorzugte Lebensräume sind flache stehende und langsam fließende Gewässer, die auch periodisch austrocknen können.

  Ludwigia grandifora - Großblütiges Heusenkraut

Sie besitzen ein gutes Regenerationsvermögen, da aus kleinen Teilen der Pflanze wieder neue entstehen können.
Von beiden Arten sind bisher keine Verwilderungen aus Deutschland bekannt. Die Arten haben sich aber von Südfrankreich aus in den letzten Jahren nach Westen bis zu belgischen Grenze ausgebreitet. Aus den Niederlanden (bei Eindhoven) und der Schweiz (bei Genf) liegen bereits Einzelfunde vor, wo die Art direkt auf die Schwarze Liste invasiver Arten gesetzt und bekämpft wurde (s. >Infoblatt mit Fotos).

Da die Arten eine gewisse Winterhärte haben und z.B. Eisbildung an der Oberfläche im Sediment übersehen können, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie zumindest in (Süd-)Westdeutschland wachsen können. Da sie zudem (wenn auch selten) im Handel als Teichpflanze angeboten werden, bitten wir hiermit um Mitteilungen, ob nicht doch bereits Verwilderungen auftreten. Ferner wird empfohlen, auf verwilderte Vorkommen verstärkt zu achten, um im Sinne des Vorsorgeprinzips ggf. Maßnahmen bei deren Auftreten ergreifen zu können.
Dabei ist sicherzustellen, dass keine Verwechslung mit dem einheimischen Bachbungen-Ehrenpreis (Veronica beccabunga: häufig, blaublühend und kleinere, glatte Blätter: >Fotos und Verbreitungskarte aus FloraWeb) oder dem sehr seltenen und vom Aussterben bedrohten Sumpf-Heusenkraut (Ludwigia palustris) vorliegen (diese wächst nur kriechend und hat sehr kleine Blüten: >Fotos und Verbreitungskarte aus FloraWeb).

Hinweise und Informationen jeglicher Art bitte an >neobiota@bfn.de.

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