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Auswirkungen, Gefahren
und Bedeutung
Von den meisten Neophyten, die sich bei uns ansiedeln konnten,
gehen keine Gefahren für unsere Natur oder Gesundheit aus und
sie haben auch keine negativen wirtschaftlichen Auswirkungen. Jener
kleine Teil invasiver Arten (weniger als 0,2%; vgl.
Ökologische Grundlagen) kann jedoch wirtschaftliche Schäden
verursachen, z.B. die Minderung von Ernten oder erhöhter Pestizideinsatz
in Land- und Forstwirtschaft oder erhöhte Kosten bei der Instandhaltung
von Straßen, Wasser- und Schienenwegen. Der Riesen-Bärenklau
(Heracleum mantegazzianum) und das Beifußblättriges
Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) enthalten zudem
Stoffe, die Verbrennungen oder Allergien beim Menschen verursachen
können.
Weniger offensichtlich und nur mit Labormethoden nachweisbar sind Einkreuzungen
der Gene von Neophyten in einheimische Arten (z.B. durch Gartenformen
der Gemeinen
Akelei, Aquilegia vulgaris). Dies führt zum unmittelbaren
Verlust einzelner Gene und damit von genetischer Vielfalt sowie
zu einer schleichenden Veränderung der Art, an deren Ende die
heimische Art mehr oder weniger verändert bzw. durch den Neophyten
„ersetzt“ wurde.
Insgesamt kommt invasiven Arten - wie auch gebietsfremden Arten allgemein
- in Wissenschaft ( vgl.
Ökologische Grundlagen), Recht ( vgl.
rechtliche Rahmenbedingungen) und auch im Naturschutz in den letzten
Jahren eine zunehmende Bedeutung zu. Dies gilt in besonderem Masse für die USA, aber auch viele Inselstaaten
wie Neuseeland, in denen gebietsfremde Arten schwerwiegendere Probleme
verursachen.
Auf der sechsten Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitäts-Konvention
im Jahre 2002 wurde auf Grundlage des Vorsorgeprinzips ein umfangreicher Maßnahmenkatalog
als Muster für nationale Umsetzungsstrategien verabschiedet
( „Guiding
Principles on Invasive Alien Species“). Die ebenfalls
dort angenommene „Global
Strategy for Plant Conservation“ hat für das Jahr
2010 Managementpläne für mindestens 100 der naturschutzrelevantesten
Pflanzenarten zum Ziel (Ziel 10). Auch die unter dem Dach von Planta
Europa erarbeitete European
Plant Conservation Strategy beinhaltet neben dem langfristigen
Ziel eines umfassenden institutionellen, politischen und rechtlichen
Rahmens für invasive Pflanzenarten die Erstellung von nationalen
Übersichten aller invasiven Arten einschließlich deren
Verbreitung, Biologie und ökologischen und ökonomischen
Auswirkungen.
Für die 100 wichtigsten Arten sollen Kontrollmaßnahmen
etabliert werden. Alle Daten sollen bis 2006 in die internationale
Internet-Datenbank von GISP einfließen. (Ziele 2.21, 2.22
und E36).
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