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>Institut für Ökologie der TU Berlin
und der >AG Neobiota
   
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Auswirkungen, Gefahren und Bedeutung

Von den meisten Neophyten, die sich bei uns ansiedeln konnten, gehen keine Gefahren für unsere Natur oder Gesundheit aus und sie haben auch keine negativen wirtschaftlichen Auswirkungen. Jener kleine Teil invasiver Arten (weniger als 0,2%; >vgl. Ökologische Grundlagen) kann jedoch wirtschaftliche Schäden verursachen, z.B. die Minderung von Ernten oder erhöhter Pestizideinsatz in Land- und Forstwirtschaft oder erhöhte Kosten bei der Instandhaltung von Straßen, Wasser- und Schienenwegen. Der >Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) und das >Beifußblättriges Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) enthalten zudem Stoffe, die Verbrennungen oder Allergien beim Menschen verursachen können.

Im Bereich des Naturschutzes gelten invasive Arten weltweit als die zweitgrößte Gefährdung der Biologischen Vielfalt. Sie können dabei auf verschiedenen Ebenen zum Naturschutzproblem werden: Am unmittelbarsten treten invasive Arten in Konkurrenz um Lebensraum und Ressourcen mit den heimischen Arten. Sie können dadurch spezifisch einzelne Arten verdrängen (z.B. die >Bibernell-Rose, Rosa spinoissima durch die neophytische >Kartoffel-Rose, Rosa rugosa in Dünen Norddeutschlands) oder ganze Artengemeinschaften (z.B. Reinbestände von Staudenknöterichen an Bachufern).
Außerdem können sie Standortbedingungen und damit ökologische Kreisläufe verändern. So wandert die >Robinie (Robinia pseudoacacia) in brachfallende Halbtrockenrasen ein und begünstigt durch ihre Stickstoffanreicherung im Boden weitere, die Halbtrockenrasenarten verdrängende Arten.

  Rosa rugosa - Kartoffel-Rose

Weniger offensichtlich und nur mit Labormethoden nachweisbar sind Einkreuzungen der Gene von Neophyten in einheimische Arten (z.B. durch Gartenformen der >Gemeinen Akelei, Aquilegia vulgaris). Dies führt zum unmittelbaren Verlust einzelner Gene und damit von genetischer Vielfalt sowie zu einer schleichenden Veränderung der Art, an deren Ende die heimische Art mehr oder weniger verändert bzw. durch den Neophyten „ersetzt“ wurde.

Insgesamt kommt invasiven Arten - wie auch gebietsfremden Arten allgemein - in Wissenschaft (>vgl. Ökologische Grundlagen), Recht (>vgl. rechtliche Rahmenbedingungen) und auch im Naturschutz in den letzten Jahren eine zunehmende Bedeutung zu. Dies gilt in besonderem Masse für die USA, aber auch viele Inselstaaten wie Neuseeland, in denen gebietsfremde Arten schwerwiegendere Probleme verursachen.

Fallopia sachalinensis - Stauden-Knöterich  

So hat es im Zuge der Biodiversitäts-Konvention (>CBD) , besonders seit 1996, weltweit zahlreiche Initiativen zu invasiven gebietsfremden Arten gegeben, wie das Global Invasive Species Programms (>GISP). Dies wird von verschiedenen wissenschaftlichen, staatlichen und privaten Einrichtungen getragen und hat in der ersten Phase die Basis für eine internationale Koordination geschaffen und grundlegende Materialien erarbeitet. Auch in Deutschland wird der „Invasionsbiologie“ in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt, z.B. durch die Gründung der >Arbeitsgemeinschaft NEOBIOTA 1999.

Auf der sechsten Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitäts-Konvention im Jahre 2002 wurde auf Grundlage des Vorsorgeprinzips ein umfangreicher Maßnahmenkatalog als Muster für nationale Umsetzungsstrategien verabschiedet (>„Guiding Principles on Invasive Alien Species“). Die ebenfalls dort angenommene >„Global Strategy for Plant Conservation“ hat für das Jahr 2010 Managementpläne für mindestens 100 der naturschutzrelevantesten Pflanzenarten zum Ziel (Ziel 10). Auch die unter dem Dach von >Planta Europa erarbeitete >European Plant Conservation Strategy beinhaltet neben dem langfristigen Ziel eines umfassenden institutionellen, politischen und rechtlichen Rahmens für invasive Pflanzenarten die Erstellung von nationalen Übersichten aller invasiven Arten einschließlich deren Verbreitung, Biologie und ökologischen und ökonomischen Auswirkungen.
Für die 100 wichtigsten Arten sollen Kontrollmaßnahmen etabliert werden. Alle Daten sollen bis 2006 in die internationale Internet-Datenbank von GISP einfließen. (Ziele 2.21, 2.22 und E36).

 
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